Salzwedel l Gläser mit verschiedenen Farben, die den Gästen zeigten, in welcher Gruppe sie zum Buffet gehen dürfen, regelmäßiges Öffnen der Kulturhaus-Türen zum Lüften und Maskenpflicht, außer an den Tischen sowie mit Abstand auf der Bühne: Die diesjährige Verleihung des Wirtschaftspreises Altmark war eine außergewöhnliche. Die Corona-Pandemie stand auch immer wieder im Mittelpunkt der verschiedenen Reden, bevor die Unternehmen (siehe Infokasten) geehrt wurden.

Hans-Jürgen Behr, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Altmark West, nannte einige Zahlen. Im Geschäftsbereich des Unternehmens steigt die Nachfrage nach Krediten. In den ersten neun Monaten legte dieser Bereich um 23 Prozent zu – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies betrifft Unternehmen. Im privaten Bereich ist ein Plus von elf Prozent zu verzeichnen. Er schätzte für die Region ein: Die weltweite Wirtschaftskrise werde gut abgefedert. Ein Grund dafür sei das solide Wirtschaften in den vergangenen Jahren und ein damit verbundenes höheres Eigenkapital.

In Sachen Corona-Infektionszahlen stehe die Altmark ebenfalls recht gut da. Michael Ziche, Landrat des Altmarkkreises Salzwedel appellierte an die Bevölkerung, die jetzige Situation nicht durch Leichtsinn aufs Spiel zu setzen. Ein Garant sei die Disziplin beim Einhalten der Regeln wie Abstand halten und Mund-Nasen-Schutz. Daran müsse festgehalten werden.

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Gestiegene Lebensqualität und Unterschiede

Der Landrat ging in seiner Rede auch auf 30 Jahre Deutsche Einheit ein: „Es ist eine Erfolgsgeschichte.“ Die Lebensqualität habe zugenommen. Allerdings gibt es weiterhin Unterschiede. So zum Beispiel bei den Löhnen sowie der Arbeitszeit. Der Prozess der Deutschen Einheit sei noch nicht abgeschlossen. Es müsse weiterhin daran gearbeitet werden. Dafür seien Anstrengungen auf politischer Ebene nötig.

Es gibt Betriebe die natürlich zu kämpfen haben, ganz weg sei der Optimismus aber keinesfalls. Für den Wirtschaftspreis haben sich 25 Unternehmen in vier Kategorien beworben. Zwölf Betriebe wollten den Existenzgründerpreis haben. Die Gewinnerpakete umfassen einen Wert von 3000 Euro. Der alljährliche Wettbewerb wird von den beiden altmärkischen Landkreisen sowie den Vorstandsvorsitzenden der beiden Sparkassen ausgelobt.

Die Preisträger im Überblick

Dienstleistungen und Tourismus:
SK Glas- und Gebäudereinigung Seguin GmbH in Stendal, Geschäftsführer: Maik und Normen Seguin.
Das Unternehmen zeichnet sich durch individuelle Lösungen aus. Maik und Norman Seguin betätigen sich zudem in den Feldern der schulischen Bildung, Sport sowie Soziales und Gesundheit.

Kategorie Handwerk:
„scm energy" GmbH Pretzier (Salzwedel), Geschäftsführer: Stefan Korneck und Holger Neumann. Neben modernen, individuellen Energiesystemen für den Kunden hat sich das Unternehmen der Energiewende verschrieben. Vorträge in Kitas, Schulen oder das Angebot von Schulpraktika werden genutzt, um junge Menschen für den sorgsamen Umgang mit Ressourcen zu sensibilisieren.

Kategorie Landwirtschaft:
Gut Apenburg, Inhaber: Paul-Werner von der Schulenburg.
Seit Wiedereinrichtung unter dem Namen Gut Apenburg im Jahr 1993 wirtschaftet das Unternehmen nach Vorgaben des ökologischen Landbaus. Die Unternehmenstätigkeit erstreckt sich auf Land- und Viehwirtschaft mit Forst.

Kategorie verarbeitendes Gewerbe:
„visuSolution" GmbH Brunkau (Tangerhütte),
Geschäftsführer: Arne Fischer und Maik Zwick.
Das Unternehmen steht für Innovation und Fachkompetenz im Bereich der High-Tech-Videozentriersysteme für Augenoptik. Es ist das einzige deutschlandweit, das Entwicklung, Produktion und Vertrieb unter einem Dach vereint.

Existenzgründerpreis:
Fischer Industriearmaturen Service GmbH & Co. KG in Salzwedel, Geschäftsführer: Enrico Schalk. Der Betrieb ist ein Dienstleister für Energieversorger. Es handelt sich um ein Beispiel für eine erfolgreiche Unternehmens-Nachfolge.