Salzlandkreis profitiert 2012 weiter von Bundesförderung "Toleranz fördern - Kompetenz stärken"

120000 Euro für Projekte gegen Rechts

Von Daniel Wrüske

Das Ausmaß organisierter rechter Gewalt erschüttert gegenwärtig Deutschland. Im Salzland setzt man seit Jahren auf Prävention, um vor allem Kinder und Jugendliche für Toleranz und Demokratie zu begeistern. Jetzt werden Programme mittels Bundesförderung im gesamten Kreisgebiet aufgesetzt.

Schönebeck/Staßfurt l Christel Wenzel spricht von einer "hervorragenden" Situation für den Salzlandkreis. Durch die Ausweitung des Bundesprogrammes "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" auf die Altkreise Aschersleben-Staßfurt und Bernburg sowie die Weiterführung von "Vielfalt tut gut" unter neuem Namen in der Region Schönebeck erreiche man alle Kinder und Jugendlichen im gesamtem Zuständigkeitsbereich, so die Jugendamtsleiterin des Salzlandkreises. "Wir haben die Möglichkeit, durch geeignete Instrumente zur Steuerung von Entwicklungsprozessen für Demokratieförderung zu sorgen. Und wir tragen dazu bei, dass lokale Bündnisse gegen Rechts- extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sich nachhaltig entwickeln können." Gerade aktuelle Geschehnisse zeigten, wie wichtig Prävention in diesem Bereich sei.

2012 stehen rund 120000 Euro zur Verfügung. In den Förderregionen des ehemaligen Landkreises Schönebeck werden die Entwicklung integrierter lokaler Strategien sowie Erkenntnisse und Erfahrung der letzten drei Jahre nachhaltig verankert. In Aschersleben-Staßfurt und Bernburg stehe man am Anfang, so Christel Wenzel. "Hier haben wir uns zum Ziel gesetzt, integrierte lokale Strategien neu zu entwickeln."

Der Kreis sucht sich Aktionspartner, Vereine, Kirchen, Wirtschaft, Kommunen. Die inhaltliche Ausrichtung der Projekte ist dabei nicht beliebig. Es gibt Leitziele. Die mussten die Aktionsträger bis Ende Dezember 2011 bei einer Bewerbung benannt haben. "Kindern und Jugendlichen soll das Erleben von Demokratie ermöglicht werden." Inhalt ist auch Aufklärungsarbeit der Bürger über Themen des Rechtsextremismus sowie demokratischer Alltagskultur. Gleichzeitig wollen die Angebote für kulturelle Vielfalt sensibilisieren und sich damit beschäftigen.

Die aktiven Partner sollen insgesamt zu einem sich selbst tragenden Netzwerk zusammenwachsen. Lokale Begleitausschüsse stimmen über Projektideen und Möglichkeiten ihrer Umsetzung ab.