Schönebeck l Wo entsteht Kunst? Auf diese geradezu philosophische Frage weiß Artemis Herber, Kuratorin der Ausstellung „Micro-Monuments“ und Präsidentin der „Washington Sculpture Group“, eine Antwort. „Sie wird oft durch geheimnisvolle Orte inspiriert“, meint die Expertin. Einer dieser besonderen Orte ist für sie die 2005 entdeckte neolithische Kreisgrabenanlage in Pömmelte-Zackmünde.

Genau da setzt die neue Ausstellung des Schönebecker Salzlandmuseums „Micro-Monuments“ an. „Die Ausgrabungen haben die Künstler dazu inspiriert, eigene Erfahrungen mit sowohl räumlich als auch zeitlich unterschiedlichsten Kulturen umzusetzen“, erklärt Artemis Herber. Die 23 Künstler, die sich mit Skulpturen beteiligt haben, kommen selbst aus aller Welt und stellen in ihren Objekten ihre eigenen familiären Umstände, ihre Immigrationsgeschichte oder ihre Reiseerfahrung dar.

Schaukästen kreisförmig und schwebe

Doch nicht nur die Skulpturen, sondern auch die Schaukästen, in denen die Objekte präsentiert werden, haben für Artmemis Herber eine Bedeutung. „Die Kästen selbst lehnen sich von ihrer Größe an den archäologisch-spektakulärsten Fund Sachsen-Anhalts an: die Himmelsscheibe von Nebra, welche die weltweit früheste konkrete Darstellung des Himmels zeigt“, erklärt die Kuratorin. Und dementsprechend seien die Schaukästen auch arrangiert: kreisförmig und schwebend, so dass sie den Blick aus der Ferne auf unsere Planeten darstellen.

Bilder

Spannend findet sie eine weitere Assoziation: „Durch Vielfalt sowie die überraschenden Details der Skulpturen erinnert die Zusammenstellung der „Mikro-Monuments“ auch der einer Wunderkammer oder einer Kuriositätensammlung.“ Durch ein zufälliges Treffen mit Gunnar Schellenberger, Vorsitzender im Landesaussschuss für Bildung und Kultur, hat es Artemis Herber aus dem fernen Washington für die Ausstellung nach Schönebeck verschlagen. Schellenberger freut sich über die spannende Zusammenarbeit. Er meint: „Das Kunstprojekt beweist, dass der Salzlandkreis sowohl als eine Region mit herausragender Kulturgeschichte als auch als Ausgangspunkt moderner Kunst wahrgenommen werden kann.“

Nach Umbau: Salzlandmuseum wiedereröffnet

Bad Salzelmen (ky) l Das Salzlandmuseum in Schönebeck ist wieder offen. Nach vier Jahren Umbauzeit haben sich die ersten Besucher am Eröffnungstag einen eigenen Eindruck machen können. Die Fotos hat Daniel Wrüske gemacht.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Donnerstag, 17. Dezember, ab 19 Uhr im Salzlandmuseum in Schönebeck statt. Danach ist sie bis zum 28. Februar zu den Museums-Öffnungszeiten zugänglich.