Schönebeck l Das Ziel ist gesetzt: Die Stadt Schönebeck soll beim Sachsen-Anhalt-Tag, speziell beim Festumzug am 11. September, präsentiert werden. Und zwar nicht von einigen wenigen Schönebeckern - wie in den Vorjahren passiert. Sondern als große Gruppe von etwa 50 Personen. Die Elbestadt will klotzen und nicht kleckern. Ein erstes informatives Treffen gab es bereits. Weitere sind geplant, um aus der Grob- eine Feinplanung zu machen - und möglichst viele Schönebecker mit ins Boot zu holen. Die nächste Zusammenkunft soll am Dienstag, 5. April, ab 16 Uhr sein, wieder im Schausiedehaus im Kurpark Bad Salzelmen.

Sibylle Schulz, Leiterin des Solepark-Eigenbetriebes, hat die Aufgabe übernommen, die organisatorischen Fäden zusammenzuführen und in der Hand zu halten. Neuland ist der Sachsen-Anhalt-Tag für sie nicht. Das Solepark-Team ist traditionell an allen drei Tagen im Regionaldorf anzutreffen. „Doch eine Teilnahme am Festumzug war uns nicht möglich, dafür hatten wir kein Personal. Drei Tage Regionaldorf - das ist schon anstrengend“, räumte sie erklärend ein. Doch sie weiß von vielen Schönebeckern, die beim Umzug zugegen waren und somit für die Stadt geworben haben, unter anderem die Wasserwehr, Wilfried Kiske als Plötzkyer Rolandfigur, Nachtwächter Jeff Lammel oder Mitglieder des Fördervereins Hummelberg.

Viele bekannte Gesichter

In viele bekannte Gesichter blickte sie nun auch beim ersten Treffen: Wilfried Kiske, der den „Plötzkyer Roland“ verkörpert; Christian Jakobs vom Förderverein Hummelberg; Marlis Ekrutt und Helmut Huppertz vom Städtepartnerschaftsverein und einige mehr. Mit der Resonanz auf die Zusammenkunft war Sibylle Schulz sehr zufrieden und sprach aus, was ihr auf der Seele brennt: „Als große Stadt sollten wir uns präsentieren, sollten uns zeigen. Immerhin haben wir einiges vorzuweisen, und damit meine ich nicht nur Bad Salzelmen. Unsere Stadt ist es wert, dass sie Aufmerksamkeit über die Grenzen Schönebecks hinaus erhält.“

Sie freute sich über die, die bereits ihre Teilnahme am Festumzug signalisiert haben. Wie die Wasserwehr um Dirk Lindner mit 10 bis 15 Personen, Fahrzeugen und Gerätschaften. Sie ruft aber auch alle anderen Schönebecker - ob Vertreter von Vereinen oder aus der Wirtschaft - auf mitzumachen.

Über das Engagement der Stadt, beim Sachsen-Anhalt-Tag stark vertreten zu sein, zeigte sich Wilfried Kiske begeistert. „Ich freue mich, dass Schönebeck sich bereiterklärt, als Gruppe dabei zu sein. Ich bin schon lange dabei - als Vertreter des Roland-Netzwerkes“, so der Plötzkyer. „Doch die Tendenz geht dahin, dass die Städte ihren Roland auch in ihrem jeweiligen Schaubild haben wollen. Jetzt bin ich in einer Zwickmühle: Ich kann nur auf einer Hochzeit tanzen. Und wo tanze ich? Netzwerk oder Stadt? Ich tendiere zur Stadt, denn ich gehöre dazu.“

Noch viel Planung notwendig

Beim ersten Treffen kamen auch Fragen auf, die es nun zu klären gilt. So gab Marlis Ekrutt einige „Hausaufgaben“: „Wir müssen irgendwie alle nach Sangerhausen kommen ...“ „Wäre es nicht interessant, auch die Sportvereine einzubinden und zum Beispiel die Rhönradgruppe der Lerchenfeld-Sekundarschule?“ „Wie viele Teilnehmer sollten wir mindestens sein, damit es nach einer guten Gruppe aussieht?“ „Wollen wir nicht unseren Bezug zur Elbe darstellen? Vielleicht machen die Ruderer mit.“ „Sollen wir in Straßenkleidung mitlaufen? Ich finde, wir müssten als Gruppe schon etwas Gemeinsames haben.“

Und Wilfried Kiske wies darauf hin, dass die Stadt rechtzeitig Durchfahrtsgenehmigungen organisieren müsse.

Sebastian Rennecke bot sich als Künstler an. Er könne sich gut vorstellen, als Kunstfigur die Stadt zu verkörpern. Zum Beispiel mit einem selbstkreierten, großen Kopfschmuck.

Sibylle Schulz notierte alle Anregungen und Hinweise. Zur Kleidung konnte sie sagen, dass auch der Solepark über einen kleinen Kostümfundus verfüge. Der alten Salzstadt-Tradition geschuldet - die Dr.-Tolberg-Figur.

Kleiderfrage ist Top-Thema

Was anziehen? - Bei dieser Frage ist das Ameos-Klinikum Schönebeck außen vor. Sprecherin Cornelia Heller war auch beim Treffen und fand die Idee eines gemeinsamen Auftrittes beim Sachsen-Anhalt-Tag gut. Das Klinikum habe vier altertümliche Krankenschwester-Trachten. Diese und aktuelle Kleidung könnten präsentiert werden. Es würden derzeit nur noch die Modells fehlen.

Rückblickend auf den Sachsen-Anhalt-Tag 2015 in Köthen sprach Cornelia Heller von einem Verkehrschaos und regte an: „Wenn genügend Leute zusammenkommen: Warum nicht einen Bus chartern?“

Und Birgit Zellmer vom Sachgebiet Kultur und Sport der Stadtverwaltung hat geraten, eine Arbeitsgruppe zu gründen, um besser planen zu können und sich in regelmäßigen Abständen zu treffen. Mit dem ersten Treffen gab es diese dann auch. Nun wolle man regelmäßig zusammenkommen.

Am Ende fasste Sibylle Schulz die nächsten Schritte zusammen: einen Bus für etwa 50 Personen organisieren, denn so viele werde man locker, so die zuversichtliche Einschätzung in der Runde, sowie um Teilnehmer vom Industriemuseum und aus dem im Sommer fusionierten Sportverein werben. Denn auch das seien zwei Pfunde, mit denen die Stadt wuchern könne und wolle, so der Tenor.

Weitere Teilnehmer sind gern gesehen: zeitnahe Info an den Solepark, Telefon (03928) 7 05 50. Nächstes Treffen: 5. April, 16 Uhr, Schausiedehaus.