Pömmelte (fm/mz) l Aus dem angekündigten Volksfest am Ringheiligtum bei Pömmelte wird erst einmal nichts. Die geplante Eröffnung am 21. Juni zur Sommersonnenwende soll eine „begrenzte Veranstaltung“ werden, zitiert die Mitteldeutsche Zeitung die für Kreisentwicklung zuständige Fachbereichsleiterin Karin Pfeiffer. Vor Monaten hatte der Vorsitzende des Kreisentwicklungs-Ausschusses, Gunnar Schellenberger (CDU), noch von einem dreitägigen Fest gesprochen. Stattdessen solle es laut Schellenberger Grußworte geben. Offen ist, ob Botschafter anderer Nationen an der Eröffnung des überregional bedeutenden Objektes teilnehmen werden.

Gegenüber der Volksstimme sagte Schellenberger, dass es in diesem Jahr noch ein Volksfest geben soll, allerdings nicht zur offiziellen Einweihung am 21. Juni. Der Landtagsabgeordnete wolle die Veranstaltung im Namen des Fördervereins des Salzlandmuseums federführend organisieren. „Das ist so mit dem Förderverein und dessen Vorsitzenden Olaf Busch abgestimmt“, erklärte Schellenberger. Für den 21. Juni seien Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sowie Vertreter aus dem kulturellen Bereich aus ganz Deutschland eingeladen. Der Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie in Halle, Professor Harald Meller, werde ein Grußwort sprechen.

Konzerte im Sommer

Geplant seien weiterhin zwei Konzerte in diesem Sommer, ein Schlagzeug-Konzert mit Philipp Lambrecht am 31. August sowie ein Renaissance-Konzert mit der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie unter Leitung von Gerard Oskamp, das noch nicht terminiert ist. Dafür steht eine Veranstaltung bereits am 11. Juni (ein Sonnabend) fest. Dann wollen aus der gesamten Bundesrepublik mehr als 200 Oldtimer-Fahrer zum Ringheiligtum kommen. Dieses Event laufe gemeinsam mit dem Verein „Ohre Classic“ (Oldtimer-Freunde aus Sachsen-Anhalt).

Fachbereichsleiterin Karin Pfeiffer bezweifelt jedoch, dass Großveranstaltungen an der Jahrtausende alten Kultstätte überhaupt stattfinden können. Sie verglich das Ringheiligtum mit der Kreisgrabenanlage bei Goseck im Süden Sachsen-Anhalts. Die bezeichnete sie als „stilles Kulturgut“.

Ein offizielles Konzept für das Vermarkten und Betreiben des Ringheiligtums liegt noch nicht vor, nach Volksstimme-Informationen will der Salzlandkreis als Bauherr der Anlage Ende Mai damit herausrücken. Offenbar wird diese Aufgabe dem Salzlandmuseum zugedacht. Angefragt wurden auch der Solepark, ein Eigenbetrieb der Stadt Schönebeck sowie der Förderverein des Salzlandmuseums. Doch den Hut aufsetzen wollen beide Institutionen nicht. „Wir sind angesprochen worden“, sagte gestern Solepark-Leiterin Sibylle Schulz auf Anfrage. „Wir würden die Vermarktung gern unterstützen, aber wir können nicht der Betreiber sein, weil wir mit ganz anderen Aufgaben betraut sind“, so Sibylle Schulz. Sie mahnte ein Konzept an, das unbedingt nachhaltig sein müsse. Vieles sei ungeklärt, so die Vergütung der Gästeführer und - ganz profan - eine WC-Nutzung für Gäste der Anlage.