Ranies l Der aufmerksame Verkehrsteilnehmer wird es schon registriert haben: Die Amphibienschutzzäune wurden wieder aufgebaut. Die milden Nachttemperaturen lassen die Lurche aus dem Winterschlaf erwachen und motivieren sie zum Wandern an ihre angestammten Laichgewässer. Das teilte Michael Wunschik, Vorsitzender der Ortsgruppe Schönebeck des Naturschutzbundes (Nabu) der Volksstimme mit.

An manchen Abschnitten kreuzen besonders viele Lurche die Straßen. „Diese Bereiche sind der Unteren Naturschutzbehörde im Salzlandkreis bekannt und werden daher mit den grünen Zäunen versehen“, so Michael Wunschik. Sie sollen verhindern, dass Molche, Kröten, Frösche und Unken die Straße überqueren und damit der Gefahr des Straßenverkehrs ausgeliefert sind. Denn, so berichtet der Nabu-Vorsitzende, eine Erdkröte benötigt bis zu 20 Minuten um eine 15 Meter breite Straße zu überqueren. Die Betreuung der Schutzzäune wird in bewährter Weise unter anderem von ehrenamtlichen Helfern übernommen, so auch von Mitgliedern der Nabu-Gruppe Schönebeck.

14 der 18 Amphibienarten in Sachsen-Anhalt stehen derzeit auf der Roten Liste von 2004, so Wunschik, doch schätzen Experten aufgrund der Verschärfung der Gefährdungssituation ein, dass mittlerweile die Zahl auf 16 erhöht werden muss. „Besonders gravierend wirken sich die menschlichen Einflüsse auf die Bestände aus, wie die Beeinträchtigung und Vernichtung der Laichgewässer sowie der Straßenbau und Verkehr“, sagt Michael Wunschik.

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Alle können beim Krötentaxi helfen

Die Naturschützer der Nabu-Gruppe Schönebeck laden wieder alle kleinen und großen freiwilligen Helfer zur Aktion „Krötentaxi“ ein. Treffpunkt ist am 18. und 19. März sowie am 8. und 9. April jeweils um 9 Uhr der Amphibienschutzzaun an der Kreisstraße nach Ranies. Der Zaun befindet sich von Schönebeck kommend links an einem Waldstück. Insbesondere Kinder sind willkommen.

Die in die Fangeimer gefallenen Lurche werden in das „Krötentaxi“ gesetzt und sicher über die Straße zu den Laichgewässern transportiert. Die jeweiligen Arten werden näher vorgestellt, und es besteht für jeden Teilnehmer die Möglichkeit, die Tiere „hautnah“ zu erleben. Wer eine Warnweste besitzt, wird gebeten, diese mitzubringen.