Denkmalschutz

Abgebaut: Warum der Brunnen vor dem Restaurant „Athos“ in Schönebeck verschwunden ist

Gastronom Dritan Xhaka wollte seinen Gästen etwas bieten. Er errichtet einen Springbrunnen im Vorgarten seines Restaurants in Bad Salzelmen – doch die Untere Denkmalschutzbehörde sieht das offenbar gar nicht gern.

Von Paul Schulz

Schönebeck - „Ein Brunnen im Vorgarten, für mehrere tausend Euro. Wunderschön für Auge und Seele“, befindet die Schönebeckerin Kerstin Ristau. Sie spricht dabei von dem Springbrunnen, der vor dem Restaurant „Athos“ in Bad Salzelmen steht. Oder besser gesagt: stand.

Gastronom Dritan Xhaka, der zusammen mit seiner Frau Christina Oerterer das Restaurant betreibt, sagt: „Es ist schon sehr schade. Wir wollten es hier einfach nur schöner machen und unseren Gästen etwas bieten.“ Also hat er im Frühjahr vergangenen Jahres vor dem Gebäude eben jenen dekorativen Springbrunnen errichtet, von dem auch Kerstin Ristau so schwärmt. Rund ein Jahr später ist von dem Brunnen aber nichts mehr zu sehen. Nur noch eine graue runde Fläche im Boden erinnert an dessen Existenz. Dritan Xhaka hat nämlich von der Unteren Denkmalschutzbehörde die Auflage bekommen, den Brunnen zurückzubauen.

Geschütztes Baudenkmal

Den Hintergrund erläutert Marianne Bothe aus der Pressestelle des Salzlandkreises: „Das als Restaurant ’Athos’ genutzte Objekt im Kurparkbereich Bad Salzelmen ist ein geschütztes Baudenkmal und als Bestandteil eines Denkmalbereichs im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt gelistet. Bauliche Änderungen unterliegen daher besonderer Beachtung des Landes-Denkmalschutzgesetzes, sind mithin genehmigungspflichtig.“

Und Letzteres – eine Genehmigung – hatte Dritan Xhaka für den Bau des Brunnens nicht. Die Behörde greift daraufhin hart durch und ordnet den Rückbau an. „Die Verwaltung hätte gern beraten, um die Situation gar nicht erst so entstehen zu lassen“, so Marianne Bothe.

Geld ist verloren

Unabhängig davon ist das Betreiberpaar natürlich traurig, dass der Brunnen weichen musste. Daneben ist es aber eben auch eine finanzielle Mehrbelastung. Schließlich hat die Errichtung des Brunnens rund 5000 Euro gekostet. Geld, das jetzt nahezu ohne irgendeinen Nutzen verloren gegangen ist.

Jedoch stehen Dritan Xhaka und die Denkmalschützer weiterhin in Kontakt. Oder wie Marianne Bothe aus der Pressestelle es formuliert: „Der Salzlandkreis steht mit dem Restaurantbetreiber im guten Gespräch. Gemeinsam mit dem Denkmalfachamt in Halle (Saale) werden Lösungen gesucht, wie die gewerbsmäßigen Interessen des Gastronomen gesetzeskonform umgesetzt werden können.“

Weiterer Klärungsbedarf

Denn vom Brunnen abgesehen gibt es noch weiteren Klärungsbedarf. So ist laut Bothe nun im Juni ein weiterer Termin mit dem Bauherrn und dem Denkmalfachamt vor Ort geplant, um gemeinsam die weiteren Maßnahmen abzustimmen.

Dritan Xhaka hat das Thema „Brunnen“ vorerst abgehakt. Er will sich aber auf jeden Fall mit den Denkmalschützern zusammensetzen, um gemeinsam Lösungen zu finden, die seinen Interessen als Restaurantbetreiber gerecht werden, aber auch die Ansprüche der Denkmalschützer berücksichtigen.

Für Kerstin Ristau ist indes unverständlich, dass kein Kompromiss gefunden wurde. „Es ist schade, dass einer Familie, die sich hier ansiedelt und das Jahre lang leerstehende Grundstück auf Vordermann bringt, solche Steine in den Weg gelegt werden.“