Schönebeck/Bernburg l Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag zu einem neuen Warnstreik von Ameos-Pflegekräften in Schönebeck aufgerufen. „Nachdem in dieser Woche alle anderen Standorte in der Region gestreikt haben, ist am Freitag wieder Schönebeck dran“, kündigte Verdi-Sprecher Bernd Becker an. Die Krankenschwestern treten nun jedem Tag an einem anderen Standort in den Ausstand. Der Streik am Freitag in Schönebeck sei dem Ameos-Konzern bereits pflichtgemäß angekündigt worden.

Der Gewerkschafter zeigte sich zuversichtlich. „Trotz der Drohung des Arbeitgebers mit massiven Entlassungen verzeichnen wir einen Zulauf bei den Arbeitskämpfen“, sagte Bernd Becker. So beteiligten sich am Mittwoch rund 150 Krankenschwestern in Bernburg an dem Streik. Zum Auftakt vor vier Wochen waren es dort noch 120 gewesen. Auch in Aschersleben war die Zahl der Teilnehmer beim zweiten Warnstreik von zuletzt 150 auf 200 angestiegen. Für den Donnerstag wurden zudem die Ameos-Mitarbeiter in Haldensleben zum Streik aufgerufen.

Arbeitsgeber lehnt Gespräch mit Verdi ab

Zu Verhandlungen mit dem Arbeitgeber kam es nach Aussagen von Verdi noch nicht. „Wir werden ignoriert. Aber Ameos braucht die Mitarbeiter und kann nicht einfach alle rausschmeißen“, sagte Bernd Becker. An anderen Standorten hätten sich die Streiks über mehrere Wochen hingezogen, bis eine Einigung erzielt worden war. Die Krankenschwestern fordern eine Bezahlung nach Tarif.

Unterdessen gibt es gerade im Internet viel Sympathie für das Anliegen der Krankenschwestern. „Kämpft weiter, diese Drohungen sind der größte Lacher von Ameos. Ihr findet überall Arbeit für mehr Anerkennung und Geld“, schreibt eine Nutzerin auf der Facebook-Seite der Volksstimme. Ein anderer Leser schreibt: „Wer das Gesundheitssystem gewinnorientiert organisiert und privatisiert, akzeptiert den Niedergang der Versorgung der Kranken.“

Der Streik in Schönebeck beginnt am Freitag um 6 Uhr und dauert bis 22 Uhr, wurde mitgeteilt. Eine Versorgung der Patienten ist nach einem Plan entsprechend der Wochenend- und Feiertagsbesetzung gesichert.