Landratswahl

Aufbruch für die Heimat

Als Landrat will Kandidat Alexander Goebel (CDU) seine Beruferfahrungen im Salzlandkreis einbringen.

Von Bianca Oldekamp

Schönebeck l Schönebeck und der Salzlandkreis: Das bedeutet für Alexander Goebel Heimat. „Der Salzlandkreis ist meine Heimat. Hier bin ich aufgewachsen, hier habe ich Familie“, sagt der 33-Jährige, der in Zerbst geboren wurde, aber 20 Jahre in Schönebeck aufgewachsen ist. Und in dieser Heimat möchte der 33-jährige etwas verändern, Dinge bewegen. „Aufbruch Salzlandkreis“ ist sein Wahlslogan, drei Ws seine Ziele: Wertschätzung. Wertschöpfung. Wirtschaft. Deshalb hat er sich um den Job als Landrat des Salzlandkreises beworben.

Alexander Goebel ist für viele ein politischer Neuling. Dabei ist er schon seit Jahren politisch aktiv. Immerhin ist er bereits als 16-jähriger im Jahr 2004 der CDU und der Jungen Union Schönebeck beigetreten, übernahm ein Jahr später Verantwortung als deren Orts- und Kreisvorsitzender. Und blieb dies auch, als es ihn 2007 für sein Studium der Psychologie (mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie) und Wirtschaftswissenschaften nach dem Abitur am Schönebecker Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium nach Jena verschlug. „Klar, mal was anderes sehen wollte ich auf jeden Fall, aber ich habe damals schon darauf geachtet, nicht allzu weit von der Heimat entfernt zu studieren“, erklärt Goebel im Gespräch mit der Volksstimme. Mindestens alle zwei Wochen war er auch in dieser Zeit in der Heimat – zu Hause bei seinen Eltern in Schönebeck.

Nachdem Alexander Goebel im Jahr 2013 dann sein Studium beendet hatte, promovierte der heute 33-Jährige bis 2018 zum Thema Unternehmensgründungen und Unternehmertum, schrieb seine Doktorarbeit. Eine Zeit, in der im Privatleben Goebels viel passiert ist.

Nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Leonard im Jahr 2012 hat Alexander Goebel seine Freundin Jeannine Goebel (geb. Brehmeier) 2013 geheiratet. Drei Jahre später im Jahr 2016 kam dann Tochter Sophia auf die Welt. Kennengelernt hatte sich das Paar schon in der Schule. Nach der Zusammenlegung der einstigen Gymnasien Am Malzmühlenfeld und dem Dr.-Tolberg-Gymnasium zum Carl-Hermann-Gymnasium besuchten sie dieses gemeinsam, machten das Abitur durch den damaligen Doppeljahrgang 2007 zusammen. Alexander Goebel nach 13 Schuljahren, seine heutige Frau nach 12.

Bis 2018 lebte die Familie in Jena. Mit der Einschulung von Sohn Leonard zog es die beiden Schönebecker und ihren Nachwuchs dann aber doch zurück in die Heimat – zumindest ganz in die Nähe dieser. Im Magdeburger Stadtteil Ottersleben ist die Familie inzwischen zu Hause. Sozusagen zwischen den Wurzeln im Salzlandkreis und der Arbeitsstelle des 33-Jährigen.

Die liegt nämlich in der Stadt Helmstedt. Für den gleichnamigen Landkreis Helmstedt ist Alexander Goebel seit 2018 im kreiseigenen Betrieb Helmstedter Regionalmanagement (HRM) zur Bewältigung des Strukturwandels im Helmstedter Braunkohlerevier angestellt, hat diesen aufgebaut und leitet ihn. Ein Job, den er aufgeben müsste, wenn der 33-Jährige am 24. Januar zum neuen Landrat des Salzlandkreises gewählt würde. Aber eben auch ein Job, der ihm nach eigenen Angaben viel Wissen und Erfahrung für die Arbeit als Landrat mitgibt. „Wir müssen das Wort Region größer denken“, sagt Goebel mit Blick auf seine Tätigkeit im Landkreis Helmstedt.

Schon vor seiner Rückkehr in die Region habe für Alexander Goebel festgestanden, dass er sich politisch einbringen wolle. Er ist mittlerweile unter anderem Mitglied im Kreisvorstand der CDU Salzland, der Mittelstands- und Wirtschaftsunion und im Landesfachausschuss Wirtschaft der CDU Sachsen-Anhalt.

Im Spätsommer 2020 kam dann der entscheidende Anruf. Gunnar Schellenberger, CDU-Kreisvorsitzender, war am anderen Ende der Leitung und machte Goebel das Angebot, als Kandidat für die Salzland-CDU zur Landratswahl anzutreten. „Ich hatte zwar Bedenkzeit, aber eigentlich wusste ich schon fünf Minuten später, dass ich mich als Landrat für die Region engagieren möchte.“

Nach Rücksprache mit seiner Familie und auch dem Arbeitgeber sagte Goebel zu, wurde Mitte Oktober 2020 von der Salzland-CDU zu deren Kandidaten nominiert. „Das Landratsamt ist mehr als ein Vollzeit-Job, aber das nehme ich gern in Kauf, um den Salzlandkreis zum Aufbruch zu helfen“, ist Goebel motiviert, die Ideen, die er in seinem beruflichen Umfeld entwickelt hat, auf den Salzlandkreis zu übertragen.

Der Privatmann Goebel ist Judoka, spielt Akkordeon und Gitarre mit Freunden aus der Schulzeit in der Schönebecker Band „Richtig“ und ist begeisterter Bergsteiger. Woher letztgenannte Leidenschaft kommt? „Von meinen Eltern“, sagt Alexander Goebel und berichtet von gemeinsamen Urlauben in den Alpen. Und die gibt es heute noch. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Kinder, die heute mit ihm, seiner Frau und seinen Eltern im Urlaub sind, seine eigenen Kinder sind.

Was seine Bewerbung um das Landratsamt angeht, steht seine Familie geschlossen hinter Alexander Goebel. Mit diesem Rückhalt, will er als neuer Landrat das Gute bewahren und fortsetzen, aber auch kritisch hinterfragen und anfangen, neu zu denken.