So ein Ausschuss zum Thema Haushaltskonsolidierung kann selbst für den größten Kommunalpolitik-Fanatiker lang und trocken werden. Da muss man als Ausschussvorsitzender nach den detaillierten Ausführungen schon einmal prüfen, ob die Anwesenden noch wach sind – und gegebenenfalls nachhelfen. Ein bisschen Humor kann da Wunder bewirken.

So ähnlich muss sich das Kulturstaatssekretär Gunnar Schellenberger (CDU) beim Ausschuss für Kreisenwicklung, Bau und Umwelt gedacht haben. „Beim Ringheiligtum wird noch zu wenig eingenommen“, fing er seine kleine Rede noch recht harmlos an. Da müsse man sich mal „Stonehenge“ in Großbritannien anschauen. Denn was die Engländer können, das schaffen die Salzländer schon lange, so seine Meinung.

Quotenbayer meldet sich

Ein ambitionierter Plan: Stonehenge hat jährlich 1,5 Millionen Besucher, zum Ringheiligtum in Pömmelte verschlug es 2018 23.000 Menschen. Schellenberger hatte für seinen Optimismus eine plausible Begründung: „Wir Deutschen sind schließlich wesentlich intelligenter als die Engländer.“ Auf seinen sächselnden Dialekt folgte der vom Quotenbayern für den Kreistag, Johann Hauser (FDP). Der ging mindestens so leidenschaftlich auf die Aussagen seines Redevorgängers ein. „Ist der Herr Vorsitzende denn dann mit seiner Büttenrede fertig?“, fragte er – und es hätte stimmungstechnisch nur noch das Weißbier gefehlt.

Schellenberger schaffte es durch seine karnevalistische Einlage zumindest, die Ausschussmitglieder zu einer Empfehlung der Haushaltsbeschlussvorlage an den Kreistag zu motivieren. „Der Gesundheitsausschuss hat das nicht geschafft“, so der neuernannte Büttenredner. „Der war aber auch ausgefallen.“

Merke: Es schadet nicht, wenn man als Kulturstaatssekretär ein gewisses Talent für Theater hat.