Schönebeck l Vielleicht hätte sich Gerd Palm nicht so geärgert, wenn er bei der Kfz-Behörde in Schönebeck vor Ort einfach einen Termin für die Anmeldung seines neuen Wagen bekommen hätte. Doch so einfach ist das seit dem 1. April nicht mehr. „Ich wollte eigentlich wie früher in der Behörde warten, bis ich dran komme, um mein Auto anzumelden. Doch das geht nicht mehr. Mir wurde gesagt, dass ich bei der Behörde in Bernburg anrufen muss, um einen Termin für Schönebeck zu bekommen“, berichtet der 69-jährige Leser der Volksstimme aus Schönebeck wütend.

Warum er dafür erst beim Salzlandkreis in Bernburg anrufen muss und er seinen Termin in Schönebeck nicht einfach bei der Kfz-Behörde in Schönebeck vereinbaren kann, versteht Palm nicht. Doch aus seiner Sicht kam es noch schlimmer: „Den nächsten Termin habe ich erst eine Woche später bekommen. Das geht nicht, wenn man sein Auto dringend braucht.“ Zwar sei er inzwischen Rentner. Dennoch arbeitet er noch an beruflichen Projekten mit. „Ich konnte mir zum Glück das Auto meiner Tochter ausborgen, sonst wäre ich völlig aufgeschmissen gewesen.“

Eine Woche warten

Auch eine Internet-Anfrage bei der Online-Terminvergabe des Salzlandkreises für die Kfz-Anmeldung durch die Volksstimme bestätigt, dass Interessenten mindestens eine Woche auf einen Termin warten müssen. So hat eine Anfrage vom Freitag, 24. Mai, ergeben, dass der nächste Termin erst zehn Tage später am Montag, 3. Juni um 11 Uhr, frei ist.

Allerdings kommt Gerd Palm mit der Terminvergabe im Internet sowieso nicht zurecht. Für den Rentner war die Wartezeit von einer Woche viel zu lang. „Mein Opel ist nach 200 000 Kilometern liegen geblieben und ich musste mir sofort einen neuen Wagen kaufen“, sagt Palm, der sich schon seit einer Weile nach einem neuen Auto umgeschaut hatte. Seine Wahl war auf einen „Exoten“ gefallen, wie er selbst sagt: So hat er sich von einem Tag auf den Anderen einen SUV der südkoreanischen Automarke Ssangyong gekauft. Eine rechtzeitige Anmeldung oder gar Terminvergabe war da selbst über den Autohändler nicht mehr möglich.

Wobei sich Palm auch darüber ärgert, dass Autohäuser ihre Fahrzeuge an vier Tagen an der Woche bei der Kfz-Behörde anmelden können – und das im Gegensatz zum Bürger spontan und ohne Anmeldung. „Das ist einfach ungerecht.“

Positive Erfahrungen

Beim Salzlandkreis ist man hingegen mit der neuen Regelungen zufrieden. „Die Terminvergabe – online oder per Telefon – erfolgt für eine bessere Planbarkeit, sowohl für die internen Abläufe als auch für die Bürger“, teilte der Pressesprecher des Salzlandkreises, Marko Jeschor, mit. Dadurch würde sich die Wartezeit in den Zulassungsstellen erheblich verkürzen. Die Behörde gehe davon aus, dass die Bürger zwei bis drei Tage auf einen Termin warten müssen.

Viele Behördengänge sind im Salzlandkreis auch ohne Terminvergabe möglich, wie Pressesprecher Jeschor betont. Darunter die Abmeldung von Fahrzeugen oder die Verlustmeldung von Kennzeichen. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass die Mitarbeiter der Verwaltung noch mit anderen Aufgaben beschäftigt sind, etwa der Bearbeitung von Anträgen für Sozialhilfe und Grundsicherung oder dem Ausstellen von Jagdscheinen. Grundsätzlich hätten auch andere Landkreise oder Magdeburg mit der Terminvergabe gute Erfahrungen gesammelt. Wobei es gerade in Magdeburg trotz der Terminvergabe möglich ist, auch spontan in den Ämtern zu erscheinen und nach einer gewissen Wartezeit einen Wagen anzumelden.