Sport

Bekommt Schönebeck nun doch einen neuen Sportplatz?

Bolzplatz ja, Bolzplatz nein? Was passiert mit dem kleinen Sport-Areal am Schwarzen Weg „im Schatten“ des Gymnasiums, wenn dort eine Feuerwehrwache gebaut werden muss? Der Stadtrat schaffte jetzt Klarheit.

Von Andre Schneider
Sind die fröhlichen Fußball-Stunden am Schwarzen Weg gezählt? Wenn dort eine neue Feuerwehr-Wache entstehen soll, muss der Bolzplatz jedenfalls weichen. Allerdings soll ein Ersatz her ? da sind sich die politischen Fraktionen einig.
Sind die fröhlichen Fußball-Stunden am Schwarzen Weg gezählt? Wenn dort eine neue Feuerwehr-Wache entstehen soll, muss der Bolzplatz jedenfalls weichen. Allerdings soll ein Ersatz her ? da sind sich die politischen Fraktionen einig. Foto: Andre Schneider

Schönebeck - Darüber sind sich alle einig: Wenn der Bolzplatz am Schwarzen Weg weichen muss, soll ein Ersatz her. Einem Antrag der Bunten Fraktion, bereits jetzt einen alternativen Standort zu suchen, fand bei zwei Fraktionen allerdings keinen Anklang. CDU und Linke waren sich zumindest im Ergebnis einig.

Im Fall, dass die Variante des Neubaus eines Feuerwehrgerätehauses am Schwarzen Weg zum Tragen kommt, muss der dort befindliche Bolzplatz verlegt werden. Der Neubau würde dort errichtet, falls ein Ersatz(an-)bau für die Freiwillige Feuerwehr Bad Salzelmen am bisherigen Standort nicht möglich sein sollte. Hier laufen zurzeit Gerichtsverfahren von klagenden Anwohnern. Etwas Augenzwinkern der Bunten Fraktion„Der Bedarf an einem Bolzplatz besteht für die Schönebecker Jugend weiterhin“, heißt es im Antrag der Fraktion. Deshalb solle bereits im Zuge einer Entscheidung für einen Neubau des Gerätehauses auch ein möglicher Standort für den Bolzplatz gesucht werden, der zeitnah und unkompliziert umgesetzt werden kann. Als möglicher Standort solle unter anderem der Platz des im Fall des Neubaus nicht umgesetzten Anbaus am bisherigen Gerätehauses betrachtet werden. So heißt es in dem Antrag. „Mit etwas Augenzwinkern“, wie Fraktionsvorsitzender Thoralf Winkler zugab. Fakt ist: Der Platz ist in städtischem Eigentum, steht zur Verfügung und ist bereits überwiegend versiegelte Fläche. „Es ging uns darum, darauf hinzuweisen, dass bereits jetzt ein Bolzplatz am Schwarzen Weg berücksichtigt wird“, erläuterte Winkler. „Das ist nur ein Antrag, der dann zum Tragen kommt, wenn Plan B eintritt.“

Augenzwinken löst Unbehagen aus

Doch genau dieses Augenzwinkern löste bei der CDU Unbehagen aus. „Wir verstehen das Augenzwinkern zum Flächentausch schon“, kommentierte Gundhelm Franke von den Christdemokraten. Trotzdem hält die Fraktion den Antrag in dieser Form „nicht für zielführend“. Alternative direkt im Wohnquartier muss herEine Alternative unmittelbar im Wohnquartier müsse her. Und Franke und die CDU hatten einen auf Lager: „Wir haben festgestellt, dass es in der Moskauer Straße einen Bolzplatz am Jugendclub gibt.“ Er werde zurzeit wenig benutzt. „Dort sollte eine gemeinsame Nutzung möglich sein“, so der Christdemokrat. Im Zuge des Entwicklungsprozesses könnte man auf das Areal noch einen etwas genaueren Blick werfen und im Bedarfsfall Verschönerungsmaßnahmen vornehmen. „Wir stehen dafür, dass es eine Alternative geben muss“, so Franke. Doch die Art und Weise, mit dem direkten Fingerzeig in Richtung des Geländes in Bad Salzelmen, fand der Antrag in der CDU-Fraktion keinen Anklang. Die Mitglieder stimmten dagegen. Linken-Lob für den AntragDirekt dagegen sprach sich die Fraktion der Linken nicht aus. „Das ist ein sehr sympathischer Antrag“, ließ sich Roland Claus sogar ein Lob entlocken. Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass sich die Stadtrats-Fraktion bei der folgenden Abstimmung geschlossen enthielt. Der Grund dafür ist die derzeitige Ablehnung der Linkspartei gegen die Neubaupläne. Die Partei pocht grundsätzlich darauf, den ursprünglichen Anbauplan weiterhin zu verfolgen und lehnte auch in vorherigen Sitzungen Verhandlungen zu inzwischen sogenannten „Plan B“ ab und zeigte dies durch Enthaltungen. In der Abstimmung durch Handzeichen sprachen sich schließlich 17 der anwesenden 33 Stadträte für den Antrag aus. Sieben lehnten diesen ab und neun enthielten sich. Damit wurde er angenommen.

Bolzplatz Schwarzer Weg, Ausriss
Bolzplatz Schwarzer Weg, Ausriss
Foto: Andre Schneider
Gundhelm Franke
Gundhelm Franke
Foto: Franke
Roland 
Claus
Roland Claus
Foto: Claus