Schönebeck l Ein „Kaiserliches Chinesisches Bad“ könnte in Bad Salzelmen entstehen. Hier soll die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) angewendet werden. Das ist eine der Vorstellungen, die Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) von einer dienstlichen Reise aus China mitbringt. Mehr noch: Die Rede ist auch von einem Roboterzentrum, das in Schönebeck entstehen soll. Konkrete Abschlüsse gibt es aber nicht.

Die Reise erfolgte unter Federführung des Wirtschaftsministeriums Sachsen-Anhalt, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Schönebeck, die gestern verschickt worden ist. Die Reise selbst hat bereits vom 15. bis 21. Oktober stattgefunden. Sie führte die Delegation, zu der neben Knoblauch auch Andreas Eberle vom Bildungsunternehmen Teutloff GmbH Schönebeck gehörte, in die Städte Peking, Shanghai, Shenyang und Tianjin. Teutloff ist seit mehreren Jahren ein deutsch-chinesisches Unternehmen.

Chinesen zeigen Interesse

In der Mitteilung der Stadt heißt es: „Der Reise vorausgegangen war ein dezidiertes Interesse der chinesischen Seite an der Magdeburger Region“. Deswegen hätten Knoblauch und Eberle die Gelegenheit wahrgenommen, den kleinen, „aber aufstrebenden Wirtschaftsstandort Schönebeck“ in China ins Gespräch zu bringen. Dies sei unter anderem mit der Unterstützung von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Wünsch, dem Geschäftsführer der Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG) des Landes, Thomas Einsfelder und der chinesischen geschäftsführenden Teutloff-Gesellschafterin Fan Cunyan auch gelungen.

Im Rahmen der Gespräche in Shenyang sei in Aussicht gestellt worden, ein innovatives Roboterzentrum bei Teutloff zu etablieren. Hier solle in Zusammenarbeit mit deutschen Fachfirmen für Schweißtechnik autonome Technologien für Schweißverfahren nicht nur geprüft und getestet, sondern auch chinesische Berufsschulpädagogen ausgebildet werden.

Thomas Einsfelder wertet die bereits bestehenden Kontakte, hinter denen der weltgrößte Hersteller von Schweißtechnik Robotern aus Shanghai, Siasun Robot & Automation Co. Ltd. stehe, als vielversprechende Chance: „Wir haben bereits kurzfristige Nachfolgetreffen mit den chinesischen Partnern in Sachsen-Anhalt terminiert“, so Einsfelder.

Anwenderzentrum in der Region

Mittelfristig könne dem, was in Schönebeck beginnen soll, der Aufbau eines Anwenderzentrums in der Region – etwa im Wissenschaftshafen Magdeburg – folgen. Parallel soll in Shenyang ein deutsches schweißtechnisches Ausbildungszentrum durch Teutloff aufgebaut werden. Teutloff wirke dann sozusagen als Bildungsträger für eine chinesische Bildungseinrichtung.

Knoblauch: „Ich denke, es ist uns gelungen, in China den Fokus und die Aufmerksamkeit besonders auf Schönebeck zu lenken. Mit einem Roboterzentrum bei Teutloff könnten wir unseren Wirtschaftsstandort weiter stärken und ein internationales Schlaglicht auf unsere Stadt werfen.“

Nach Gesprächen bei Besuchen von Dependancen deutscher Unternehmen in Chinas Supermetropole Shanghai wurde Knoblauch von der dortigen deutschen Generalkonsulin Christine Althauser zu einem Gespräch empfangen. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Reise „hinsichtlich der Anbahnung neuer Kontakte für das Land wie für Ihre Gemeinde“ gelohnt habe. Das Gastgeschenk, ein Relief des Schönebecker Rathauses, ziere nun ihren Tisch. Und: Sie könne sich an einen Besuch der Pretziener Thomaskirche mit ihrem Sohn erinnern.

Wer trägt Kosten?

Unterkunft und Reisekosten des Oberbürgermeisters wurden im Rahmen einer Dienstreise durch die Stadt Schönebeck getragen, informiert Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz nach einer entsprechenden Anfrage der Volksstimme.