Handwerk

Bootsbau: Schüler aus Schönebeck besichtigen Werft und bekommen Einblick ins Handwerk

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Schönebeck bringt Schüler und Unternehmen zusammen. So haben sechs Schüler der Pestalozzischule nun in den interessanten Beruf des Bootsbauers hineinschnuppern können.

Von Paul Schulz
Schüler der Pestalozzischule besuchten die Bootsbaumanufaktur Beelitz und Maibuhr in Schönebeck. Geschäftsführer Marcel Beelitz zeigte den Schülern unter anderem die Lackierkammer.
Schüler der Pestalozzischule besuchten die Bootsbaumanufaktur Beelitz und Maibuhr in Schönebeck. Geschäftsführer Marcel Beelitz zeigte den Schülern unter anderem die Lackierkammer. Foto: Paul Schulz

Schönebeck - Einen exklusiven Einblick in die Arbeit der Bootsbaumanufaktur Schönebeck erhielten am Dienstagvormittag sechs Schüler der sechsten Klasse der Pestalozzischule. Geschäftsführer Marcel Beelitz empfing die Truppe um Lehrerin Birgit Jergus und zeigte ihr die Motor- und Segelboote, die derzeit in der Werft restauriert, gewartet, gebaut oder repariert werden.

Initiiert wurde dieses Treffen von Stefan Groth aus der Wirtschaftsförderung der Stadt Schönebeck. „Ziel des Ganzen ist es, die Schulen und die Betriebe der Stadt zusammenzuführen. Denn viele Praktika konnten während der Pandemie nicht stattfinden. So schaffen wir jetzt zumindest die Möglichkeit, dass die Schüler sich von verschiedenen Firmen ein Bild machen können“, so Groth. In den nächsten Tagen folgen weitere Termine, bei denen Schüler aus verschiedenen Schulen Betriebe in Schönebeck kennenlernen können.

Nötige Fähigkeiten

Doch zurück in die Bootsbaumanufaktur. Hier erklärte Marcel Beelitz den jungen Schülern, welche Fähigkeiten ein Bootsbauer bestenfalls mitbringt. „Physikalische Grundlagen sollte man schon draufhaben. Auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen ist für den Beruf von Vorteil. Und Mathe und Geometrie spielen auch eine Rolle“, so Beelitz weiter.

Und natürlich sollte Interesse oder Begeisterung für handwerkliche Arbeit vorhanden sein, schließlich ist der Bootsbau ein Handwerk. Vor allem das Schleifen ist ein essenzieller Bestandteil der Bootsbauer-Arbeit. „Also ein bisschen wie der Tischler- beruf?“, schätzt Birgit Jergus. Na ja, nicht ganz. Beelitz fasst es mit einem Satz kurz zusammen: „Der Tischler macht eckig, wir machen rund.“

Arbeit mit Holz, Kunststoff und Aluminium

Dabei wird aber längst nicht nur Holz bearbeitet. Zahlreiche Boote sind heutzutage nämlich auch aus Glasfaserkunststoff gefertigt. Auch Aluminium und Stahl begegnen Beelitz und seinen Kollegen regelmäßig bei ihrer Arbeit an Booten und Schiffen.

Die Schönebecker Werft ist dabei noch ein relativ junges Unternehmen. Seit etwa vier Jahren üben Marcel Beelitz und Dirk Maibuhr ihr Handwerk auf der Salineinsel aus. Insgesamt sind sechs Menschen in dem Betrieb beschäftigt.

Ausbildung zum Bootsbauer

Ausgebildet wird in der Werft übrigens auch. „Wir versuchen jedes Jahr einen Azubi zu gewinnen und auszubilden“, sagt Beelitz. Dies habe in der Vergangenheit auch immer gut geklappt. „Von Corona mal abgesehen haben wir sonst so acht bis zehn Praktikanten pro Jahr bei uns. Von denen wird es dann meistens der Vielversprechendste, wenn denn das Interesse da ist“, so Marcel Beelitz weiter. Die Ausbildung zum Bootsbauer dauert dreieinhalb Jahre. Die Besonderheit dabei: Die Berufsschule befindet sich in Lübeck.

„Braucht man einen Segel- oder einen Bootsführerschein, um die Ausbildung zu machen?“, fragt Lehrerin Birgit Jergus. Nein, den brauche man nicht, sagt Beelitz, auch wenn das für den Beruf natürlich von Vorteil ist, wenn man weiß, wovon die Kunden sprechen.

Für die Schüler der Pestalozzischule war es zweifellos ein interessanter Einblick in einen Beruf, in den man längst nicht jeden Tag oder überall hineinschnuppern kann. Auch wenn sie mit ihren Fragen eher zurückhaltend waren, so könnte dieser Ausflug doch dazu beigetragen haben, dass sie in wenigen Jahren bei Beelitz durchrufen und nach einem Praktikumsplatz fragen. Zu lernen gibt es in der Werft nämlich allerhand.