Schönebeck/Barby/Calbe l Kilometerweit waren dicke, dunkelgraue Rauchschwaden am Sonntagabend zu sehen. Grund dafür: der Flächenbrand eines Getreidefeldes nahe der Landesstraße 65 zwischen Schönebeck und Calbe. Bis zu den Bahnschienen, die die beiden Städte miteinander verbinden, hatte sich das Feuer durchgefressen. Der Bahnverkehr wurde vorübergehend eingestellt. „Mehrere Hektar eines Getreidefeldes stehen in Flammen“, teilte Martina Lorenz von der Kreiseinsatzleitstelle in Staßfurt am Abend mit.

Während auf der Mühlinger Seite des Seehofes die Schaulustigen Handy-Videos drehten, wurde wenige hundert Meter weiter für die Bewohner zweier Häuser im Calbenser Stadtfeld die Lage bedrohlich.

Feuerwalze

Die Feuerwalze hatte den Bahndamm der Strecke Barby-Calbe (West) erreicht und drohte ihn zu überwinden. Der ziemlich hohe Bahndamm, der wegen seiner Wildkräuter und grünen Bäume nicht so leicht entflammbar wie ein Getreidefeld ist, verlangsamte das Feuer, das der Wind immer weiter in Richtung Südosten voran trieb.

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Die Häuser im Stadtfeld (oberhalb des Industriepark Nord) lagen in der zu erwartenden Feuerschneise – ebenso eine Kleingartensiedlung. „Anwohner waren keine mehr vor Ort. Das hat die Feuerwehr geprüft“, erklärt Amtsleiterin Martina Lorenz.

Im Einsatz waren am Sonntagabend gleich mehrere Feuerwehren. Darunter die aus Calbe, Nienburg, Bördeland, Barby, Plötzky und Schwarz. Auch die Schönebecker Feuerwehr griff den Kollegen bei dem Großbrand unter die Arme – allerdings erst „verspätet“.

Zwei Brände vorher

Die Schönebecker Kameraden waren nämlich innerhalb Schönebecks schon kurz vorher zu zwei Bränden gerufen worden. Zum einen brannte an der Pömmelter Straße auf Höhe der Firma Schüssler ein Container, den die Feuerwehrleute fluteten, sodass der Brand schnell gelöscht war.

Und genau wie zwischen Schönebeck und Calbe an der Kreuzung Gnadauer Str./B 246a stand ein Getreidefeld in Flammen. „Dabei handelte es sich um ein Stoppelfeld, weshalb die Feuerwehr den Brand relativ schnell unter Kontrolle hatte“, berichtet Martina Lorenz.

Während ein Trupp der Schönebecker Feuerwehr am gelöschten Feldbrand noch Sitzbereitschaft hatte, ging es für Stadtwehrleiter Daniel Schürmann und seine Kollegen zu dem Großbrand.

Feuer breitet sich nicht weiter aus

Gemeinsam bekamen die Kameraden das Feuer am Abend in den Griff. „Die Wehren sind zwar noch vor Ort, doch das Feuer breitet sich nicht mehr weiter aus“, hieß es gegen 21.30 Uhr aus der Kreiseinsatzleitstelle.

Einen weiteren kleinen Feldbrand gab es nahe Döben. „Hier waren die Wehren aus Pömmelte und Pretzien im Einsatz“, erzählt Daniel Schürmann.

Zu den Ursachen der Brände gab es am Abend noch keine Informationen.