Plötzky l Das Ferienprojekt der Bürgerstiftung Salzlandkreis steht vor dem Aus. „Das Ferienhaus ist ein wirtschaftlicher Totalschaden. Wir werden es abreißen müssen“, sagte die Vorsitzende der Bürgerstiftung, Britta Duschek, der Volksstimme. Der Bungalow am Kolumbussee, der von Jugendeinrichtungen und kinderreichen Familien kostengünstig genutzt werden konnte, war in der Nacht zum Dienstag durch ein Feuer stark beschädigt worden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Ob und wie es nun mit dem Projekt „Urlaub für Bedürftige“ der Bürgerstiftung Salzlandkreis weitergehen soll, konnte die Vorsitzende Britta Duschek noch nicht sagen. „Wir werden uns jetzt erst einmal im Vorstand und mit dem Kuratorium beraten“, sagte sie. Ein neues Gebäude sei nicht so ohne weiteres zu finanzieren. Den Einrichtungen und Familien, die das Ferienhaus im Naherholungsgebiet Plötzky für dieses Jahr gebucht hatten, habe man bereits absagen müssen.

Küche gerade erneuert

„Das ist einfach tragisch“, sagte Britta Duschek. Denn der Bungalow war gerade erst neu eingerichtet worden. So wurde die Küche vor kurzem komplett erneuert. Auch Betten, Matratzen und Bettzeug waren neu. Als nächsten sollte das Bad gefliest werden. Am vorvergangenen Freitag hätten die ersten Nutzer in dieser Saison anreisen sollen. Die Gäste, die drei Tage vor dem Feuer ankommen sollten, hatten kurzfristig abgesagt.

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„Wir sind sehr traurig über den Verlust“, sagte die Britta Duschek. Nicht zuletzt deshalb, weil das Ferienhaus für Kinder vor zehn Jahren das erste Projekt war, dass die damals neu gegründete Bürgerstiftung auf die Beine gestellt hatte. Die Naherholungsförderungsgesellschaft Elbaue hatte der Stiftung das Gebäude dabei zur Verfügung gestellt.

Seitdem betreute die Stiftung das Ferienhaus und stellte es verschiedenen Einrichtungen wie Jugendclubs, Waisenhäusern und sonstigen Jugendhilfeeinrichtungen im Salzlandkreis zur Verfügung. „Wir wollten Kindern in schwierigen Situationen auch mal die Möglichkeit geben, ein paar Tage aus ihrem Alltag raus zu kommen und Urlaub zu machen“, sagte die Stiftungvorsitzende. Wobei der Bungalow nur an Vereine vergeben wurde, die Kinder, Jugendliche oder Familien betreut haben. Direkt an Privatpersonen wurde der Bungalow nicht vermietet. In zwei Gebäuden konnten bis zu zwölf Personen in Doppelstockbetten übernachten. Die Mieter zahlten während des Aufenthaltes lediglich einen symbolischen Preis für die Nebenkosten. Damit sollte auch die Arbeit von Jugendhilfeeinrichtungen gestärkt werden, die unter schwierigen Bedingungen arbeiten müssten.

Bisher konnten die Mitarbeiter der Stiftung das Gebäude noch nicht betreten, da die Polizei ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen hat. Der Bungalow soll aber von Innen sehr viel stärker zerstört sein, als es von außen den Anschein hat. Wie die Polizei mitteilte, waren die unbekannten Täter in das Ferienhaus eingebrochen und hatten in den Räumen Feuer gelegt. Dabei brannte das Feuer von innen durch die Decke. Vor allem im Dach habe das Dämmmaterial demnach heftig gebrannt. Die Feuerwehr musste sehr viel Wasser in das Dach spritzen, um alle Glutnester sicher abzulöschen. „Und was das Feuer nicht zerstört, das schafft dann das Wasser“, sagte Duschek.

Abriss geplant

Die Bürgerstiftung will nun zumindest sicherstellen, dass das Ferienhaus komplett abgerissen wird. „Wir wollen nicht, dass dort ewig eine Ruine herumsteht. Wir wollen so schnell wie möglich für Ordnung sorgen“, sagte Britta Duschek. Die Zukunft des Ferienprojektes bleibt damit ungewiss.

Darüber hinaus unterhält die Bürgerstiftung weitere Projekte wie das Demenz-Servicezentrum, die Human WG, einen barrierearmen Garten und ein Flüchtlingsprojekt.

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