Bördeland

Container in Bördeland-Ort Biere bei Schönebeck erhitzen die Gemüter von Einwohnern: Computer-Unternehmen kommt

Auf dem Parkplatz des ehemaligen Penny-Marktes in Biere sorgen seit einiger Zeit Bauwerke für Unmut.

Von Robert Gruhne 05.08.2021, 11:05
Im ehemaligen Penny-Markt in Biere will ein Computerunternehmen einen Standort eröffnen.
Im ehemaligen Penny-Markt in Biere will ein Computerunternehmen einen Standort eröffnen. Foto: Robert Gruhne

Biere - Anfang 2021 wurden auf dem Parkplatz vor dem ehemaligen Penny-Markt in Biere Container aufgestellt. Der ungewöhnliche Anblick sorgte damals für Verwunderung bis Ablehnung bei einigen Anwohnern (Volksstimme berichtete). Ein Zettel klärte auf: Der Unternehmer Tristan Drost hatte das Grundstück erworben und plante, das Gelände für seinen Betrieb zu verwenden.

An diesem Plan hat sich bis heute nichts geändert. Drost betreibt im Sülzetal seit 20 Jahren ein Geschäft für Computer- und Bürotechnik. Zum Angebot zählen unter anderem gebrauchte und neue Computer. Perspektivisch will Drost mit seinem Unternehmen wahrscheinlich komplett nach Biere ziehen, sagt er nun am Telefon.

Container sollen bleiben

Und auch die Container werden wohl bleiben. Sie erfüllen für Drost mehrere Zwecke: „Die Container sind Sichtschutz, Einbruchschutz und Abstellfläche“, sagt der Unternehmer.

Anwohner Martin Krause bleibt dabei, dass die Container vor dem Markt ein „optischer Schandfleck“ seien. „Die normative Kraft des Faktischen beginnt zu wirken. Alle gewöhnen sich daran“, bedauert der Bierer.

Ideen zur Verschönerung gegenüber ist Unternehmer Drost aufgeschlossen, sagt er. Er selbst bringt beispielsweise eine Bepflanzung ins Spiel. „Das würde auch zum Blumenviertel passen“, meint er.

Eröffnung im Herbst?

Im März hoffte Drost auf eine Eröffnung seines neuen Standorts im Herbst. Bisher wartet er auf die Baugenehmigung des Landkreises zum Umbau des Marktes. Auch die Gemeindeverwaltung prüft aktuell noch, wie Bauamtsleiter Ronald Funke mitteilte.

Ganz klar ist dabei noch nicht, ob die mobilen Container einer Genehmigung bedürfen. Drost will diese Entscheidung abwarten, bevor er mit einer „Verschönerung“ beginnt. Aber selbst wenn die Container weg müssten, würde das Gelände nicht offen bleiben. Dann würde eben ein genauso hoher Zaun das Grundstück begrenzen, meint Drost.

Biere sei optimal

Der Standort sei für seine Zwecke ideal, erklärte er im März: „Für unsere Materialien brauchen wir keine großen Lagerhallen, sondern ein flaches Supermarktgebäude ist ideal für uns. Der Standort Biere ist zudem für uns sehr interessant, da er gut an die größeren umliegenden Fernstraßen angebunden ist.“

Für die Anwohner in dem Viertel würde Drosts Betrieb nach seinen Angaben weniger Lärmbelästigung bedeuten als zu Zeiten, als es noch den Supermarkt gab. Nachtarbeit würde beispielsweise nicht stattfinden.

Für Anfragen von Anwohnern ist er per Telefon außerdem erreichbar, betont Drost. Bei ihm hätten sich nach eigenen Angaben aber noch nie Anwohner beschwert. Stattdessen würden ab und an Menschen aus der Umgebung anfragen, die gerne in dem Unternehmen arbeiten würden. Auch Parkflächen habe er nach Absprache schon einmal zur Verfügung gestellt.