Schönebeck l Die „lustige Witwe“ hat aktuell leider nicht viel Grund zur Heiterkeit. Der Schönebecker Operettensommer, in dessen Rahmen Franz Lehárs Operette aufgeführt werden sollte, wurde nämlich abgesagt. Genauer gesagt: Auf das nächste Jahr verschoben. Anlass dafür ist natürlich die Corona-Pandemie. Es sei eine sehr schwierige Entscheidung gewesen, aber letztlich müssten die Sicherheit und die Gesundheit der Gäste und der Akteuere gewährleistet werden, waren sich Landrat Markus Bauer (SPD) und Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) beim Pressetermin an der Waldbühne Freitagvormittag einig.

Dass der 24. Operettensommer unter Auflagen stattfindet, also zum Beispiel mit größeren Abständen im Publikum, ist leider keine Option, wie Anita Bader, Geschäftsführerin der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie (MKP), erklärt: „Wir haben 856 Plätze. Wenn wir die Abstandsregeln einhalten, dürften wir maximal 137 Personen einlassen. Um wenigstens kostendeckend zu arbeiten, müssten wir aber vor 650 Gästen spielen.“

Hinzu komme noch, dass nicht nur das Publikum, sondern auch die Akteure des Operettensommers den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einhalten müssen. „Bei der ‚Lustigen Witwe‘ gibt es auch diverse Liebesszenen – wie sollen die wirken, wenn zwischen den Protagonisten so ein Abstand ist?“, gibt Bader zu Bedenken.

Alles in allem blieb also kaum eine andere Möglichkeit, als die Aufführung in das nächste Jahr zu verschieben. Die Karten behalten jedenfalls ihre Gültigkeit, betont Anita Bader.