Landtagswahl

Corona-Schutzimpfung für Schönebecks Wahlhelfer

Von Paul Schulz

Schönebeck/Bördeland. Wer sich für die am 6. Juni anstehenden Landtagswahl als Wahlhelfer engagiert, hat einen priorisierten Anspruch auf eine Corona-Schutzimpfung. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung von Landeswahlleitung und Gesundheitsministerium hervor. „Der Schutz der Personen, die als Wahlhelfer dieses wichtige Ehrenamt für unsere Demokratie ausüben, hat Priorität“, so Landeswahlleiterin Christa Dieckmann.

Die Ansage vom Land lautet also: Wahlhelfer sind wichtig, die müssen geimpft werden. Umsetzen müssen das die kreisfreien Städte und die Landkreise. Doch ist das überhaupt bis zum Wahltag zu schaffen? Schließlich gehören Wahlhelfer zur Gruppe 3, und diese ist laut Impfreihenfolge erst nach den ersten beiden Gruppen impfberechtigt. Sind das Impfzentrum in Staßfurt und die lokalen Impfstationen mit Anfragen von Gruppe 1 und 2 belegt, sieht es also schlecht für die Wahlhelfer aus. So zumindest die Theorie. In der Praxis werden die Wahlhelfer schlichtweg vorgezogen. „Die Impfzentren wurden um schnellstmögliche Berücksichtigung der Wahlhelfer bei der Impfterminvergabe gebeten“, teilt Martin Bollmann aus der Pressestelle des Gesundheitsministeriums auf Anfrage mit.

Zeit zwischen Impfungen

Erschwerend kommt aber hinzu, dass zwischen der ersten und der – für den Schutz notwendigen – zweiten Impfung im Regelfall mindestens sechs Wochen liegen sollen, bei Astrazeneca sogar zwölf Wochen. Jedoch findet die Wahl bereits in sechs Wochen statt. Ein straffer Zeitplan also.

Ein anderes Problem zeigt Kreissprecher Marko Jeschor auf: „Status quo ist doch, dass die Gemeindewahlleiter aktuell noch Wahlhelfer suchen. Erst wenn die Gemeindewahlleiter wissen, auf wen sie bei der Wahl bauen können, können wir konkreter werden, was die Umsetzung der Aufgabenstellung betrifft.“ Wie genau sichergestellt werden soll, dass bis zur Wahl alle freiwilligen Helfer geimpft sind, kann man bei der Kreisverwaltung also aktuell nicht sagen, da derzeit noch nicht einmal alle Wahlhelfer feststehen.

Schönebeck beginnt mit Impfungen

In Schönebeck stehen die rund 160 Wahlhelfer jedoch schon fest. In der Elbestadt soll noch diese Woche damit begonnen werden, diese zu impfen, teilt Stadtsprecher Frank Nahrstedt mit. So könne auch sichergestellt werden, dass bis zur Wahl am 6. Juni auch die zweite Impfung bereits verabreicht wurde.

In der Gemeinde Bördeland ist laut Bürgermeister Bernd Nimmich (SPD) ein Großteil der 52 Wahlhelfer bereits geimpft. Den rund 20 ungeimpften Wahlhelfern wolle man noch in dieser Woche einen Termin ermöglichen, sofern sie denn eine Impfung möchten, so Nimmich. „Zeitlich schaffen wir es dann also knapp, dass auch vor der Wahl die zweite Impfung verabreicht werden kann“, sagt der Gemeindebürgermeister. Die Entscheidung, Wahlhelfer vorzuziehen, hätte das Land aber durchaus etwas früher treffen können, so Bernd Nimmich.

Späte Entscheidung

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sprach vergangene Woche davon, dass man „rechtzeitig vor der Landtagswahl“ mit den Impfungen beginnen könne. „Rechtzeitig“ steht in diesem Fall wohl eher für den Ausdruck „auf den letzten Drücker“, denn viel später hätte die Entscheidung nicht fallen können. Schon jetzt ist die Umsetzung zeitlich äußerst knapp bemessen.