Schönebeck l Überlaufen ist der Markt in der Schönebecker Innenstadt selten. Und so sind die wenigen Besuchern am Markttag auch eher das übliche Tagesgeschäft und kein Ausdruck einer Corona-Panik. „Es sind eigentlich nicht weniger Kunden da als sonst“, sagt Händler Daniel Otto, der auf dem Markt Fleisch und Eier verkauft. Vor Ostern sind die Eier bunt gefärbt. „Die Kunden haben viel Hähnchen gekauft. Das ist im Angebot“, erzählt der 37-Jährige. Schon vor dem Mittag ist das Geflügel ausverkauft. Möglicherweise wollen die Kunden die Ware einfrieren, um sich einen kleinen Vorrat anzulegen, vermutet er. Von Hamsterkäufen kann aber keine Rede sein. „Natürlich reden die Leute viel über Corona. Aber sie kommen trotzdem“, sagt Otto.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Geschäften dürfen Märkte so wie Lebensmittelhändler auch in Zeiten der Coronapandemie weiter regulär geöffnet haben. Und daran soll sich auch bis auf weiteres nicht ändern, versichert Schönebecks Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz. Zumindest ist das der aktuelle Stand in diesen unruhigen Zeiten.

In kleiner Runde stehen die Verkaufsstände von Fleischer, Bäcker, Fischladen und Gemüsehändler auf dem Schönebecker Marktplatz und wirken fast ein bisschen verloren dabei. Der Stand mit Kleidung fehlt, aber der ist am Mittwoch nie da. Mit der Pandemie hängt das hingegen überhaupt nicht zusammen.

Treue Kunden

Doch die relativ wenigen Kunden sind treu und kommen fast jede Woche zum Markt. „Natürlich kaufe ich auf dem Markt in der Innenstadt“, sagt eine Rentnerin. „Die Waren hier sind viel frischer als im Supermarkt. Außerdem müssen die Händler auch von etwas leben“, sagt sie überzeugt.

Ein Mann mittleren Alter steht am Stand der Bäckerin und trinkt einen Kaffee. „Ich arbeitet in der Innenstadt und kaufe hier immer mein Brot“, erzählt er. Für ihn sei das praktisch. Ansonsten gehe er für größere Einkäufe allerdings auch in den Supermarkt.

„Beim Markt in Bad Salzelmen ist sowieso immer mehr los“, sagt Händler Daniel Otto, der mit dem Verkaufswagen sonst auch dort steht, aber auch in Calbe oder Staßfurt. „Hier am Schönebecker Markt haben die Leute kaum noch Möglichkeiten zum Parken. “

Und dann ist da auch noch der Straßenverkehr: „Nur in Schönebeck fahren den ganzen Tag Autos über den Markt“, sagt Daniel Otto. „Die Abgase werden hier direkt über die Theke auf unsere Waren geblasen.“ Sogar Lkw würden immer wieder über den Markt fahren, obwohl das eigentlich verboten sei, erzählt Daniel Otto, während tatsächlich ein Lastwagen über den als Spielstraße deklarierten Marktplatz fährt. „Es wäre schön, wenn der Platz wenigstens zum Markt am Mittwoch und Freitag für den Straßenverkehr gesperrt werden könnten, findet der Händler. In anderen Städten sei das schließlich auch möglich.

Nichts los auf dem Markt?

Eine Kundin am Gemüsestand beschwert sich: „Das ist eine einzige Katastrophe mit dem Markt in Schönebeck. Hier ist nichts los. Und das liegt nicht an Corona, das war schon vorher so“, sagt sie. Ihr Gemüse kauft sie trotzdem lieber „frisch vom Markt“, wie sie sagt. Das findet sie persönlicher als im Supermarkt. „Und die Händler sind auch immer nett hier, und man trifft Bekannte, die man schon lange nicht mehr gesehen hat“, sagt die Frau. Auch wenn man in Zeiten von Corona doch lieber ein bisschen Abstand halten sollte.