Der Digitalpakt

Die Bundesregierung und der Bundestag haben im Jahr 2018 verkündet, die Digitalisierung der Schulen mit fünf Milliarden Euro zu fördern. Mit zusätzlichen Landesmitteln beträgt der Umfang 5,55 Milliarden Euro.

Im März 2019 wurde dazu der Digitalpakt beschlossen.

Rein rechnerisch stehen für die rund 40 000 Schulen also jeweils 137 000 Euro bereit.

Anfangs lief die Beantragung und das Abrufen der Mittel schleppend. In Sachsen-Anhalt wurden beispielsweise bis Anfang 2020 noch keine Gelder aus dem Digitalpakt-Fördertopf für Vorhaben bewilligt.

Und bewilligt heißt nicht, dass schon Gelder aus dem Digitalpakt geflossen sind. Zum Stichtag 30. Juni 2020 sind beispielsweise erst 15,7 Millionen Euro aus dem Digitalpakt abgeflossen – und zwar bundesweit. Oft gehen die Länder in Vorleistung.

In Sachsen-Anhalt wurden mittlerweile Vorhaben in über 160 Schulen im mit insgesamt mehr als 25 Millionen Euro bewilligt.

(pc)

Schönebeck l Die Modernisierung der Schönebecker Grundschulen dürfte demnächst einen kleinen Schub erhalten. Vor allem was die Ausstattung der Schüler mit digitalen Arbeitsgeräten angeht. Die Stadt erhält nämlich im Rahmen des Digitalpaktes Fördergelder in Höhe von 49.000 Euro vom Land Sachsen-Anhalt. Mit diesem Geld soll die Digitalisierung vorangetrieben werden.

Noch ist das Geld aber nicht bei der Stadt eingetroffen, sagt Stadtsprecher Frank Nahrstedt. Die Stadt ist jedoch in Vorleistung gegangen und hat mittlerweile 110 Tablet-Computer bestellt. Aber: „Da derzeit viele Schulträger solche Geräte beschaffen, ist der Markt wie leergefegt“, teilt Nahrstedt mit. Man rechne damit, die Geräte im Laufe des ersten Quartals 2021 zu bekommen. Ob Schüler die Tablets bei eventuellem Distanzunterricht Anfang des nächstens Jahres bereits nutzen können, bleibt noch abzuwarten.

Schülerzahl entscheidend

Die Verteilung der Geräte wird über die Anzahl der Schüler in der jeweiligen Schule geregelt. Je mehr Kinder dort lernen, desto mehr Geräte gibt es also. Die meisten Tablet-Computer erhält demnach die Grundschule „Karl Liebknecht“. Laut Frank Nahrstedt sind für die Einrichtung 28 Tablets eingeplant.

Schulleiterin Elvira Ludwig-Bauer wusste bis zur Volksstimme-Anfrage allerdings nicht davon. „Dann werden wir uns Gedanken machen, wie wir die nutzen und aufteilen wollen“, sagt die Schulleiterin. Darüber hinaus wird derzeit an der Karl-Liebknecht-Schule an einem medienpädagogischen Konzept gearbeitet. In so einem Konzept wird unter anderem definiert, wie Technik im Schulalltag integriert und genutzt werden kann.

Nutzung des Computer-Kabinetts

Derzeit verfügt die Schule über ein Computer-Kabinett. „Die jeweiligen Lehrer entscheiden, wofür sie die PCs nutzen“, erklärt Ludwig-Bauer. Möglich ist es zum Beispiel ,Plakate zu erstellen, Texte zu schreiben, im Internet zu recherchieren oder verschiedene Lernspiele zu nutzen.

Doch nicht nur an der Liebknecht-Schule ist man überrascht. Auch Kerstin Arndt, Leiterin der Tolberg-Grundschule, sagt: „Davon, dass wir Geräte bekommen sollen, wusste ich bislang nichts. Das ist mir neu.“ Wie sie die 14 Geräte einsetzen werde, wisse sie daher noch nicht. Fest steht aber, dass die Tolberg-Schule die Tablets durchaus gebrauchen kann. Denn die technische Ausstattung sei nicht mehr auf dem aktuellsten Stand, so Arndt. „Wir haben noch ein klassisches Computer-Kabinett, aber mit nicht allzu neuen PCs.“

Für Schüler ohne eigenes Gerät

Olaf Lindstedt, Schulleiter der Grundschule Plötzky, will erst konkrete Pläne entwickeln, wenn die Tablets wirklich bei ihm in der Schule angekommen sind – beziehungsweise kurz davor. Er ist sich aber sicher, dass die zwölf Tablets sowohl im regulären Unterricht eingesetzt werden könnten, als auch Schülern zur Verfügung gestellt werden, die in Heim-Unterricht-Zeiten kein eigenes Gerät zur Verfügung haben.

Ähnliche Überlegungen hat man in der Grundschule „Ludwig Schneider“ geführt. Wie sie die 21 Tablets unter neun Klassen aufteilen soll, weiß Schulleiterin Heike Gruschke allerdings noch nicht so recht. „Es wird kompliziert, überhaupt festzustellen, bei welchen Kindern oder in welchen Familien der dringende Bedarf besteht. Die Verteilung wird eine schwierige Entscheidung“, so Gruschke.

Schreiben und lesen lernen

Und auch, wenn die Tablets durchaus in den Unterricht eingebunden werden können, so sei es vor allem in der Grundschule noch wichtig, dass die Kinder zunächst richtig schreiben und lesen lernen, sagt die Schulleiterin.

Neben den bereits genannten Schulen erhält die Lerchenfeld-Schule 20 Tablets und die Kollwitz-Schule 15 Geräte.