Calbe l Manfred Cuno, Chef des Grafischen Centrums Cuno in Calbe, investiert für eine sichere Zukunft seines mittelständischen Unternehmens. Das Land Sachsen-Anhalt beteiligte sich an der Investition und unterstützte den Betrieb mit einer Förderung in Höhe von 3,7 Millionen Euro, sagte Manfred Maas, Chef der Investitionsbank. Die 1957 gegründete Buchdruckerei durfte sich erst nach dem Mauerfall entwickeln und entfalten. Im real existierenden Sozialismus, schilderte der Unternehmenschef gestern beim Besuch von Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD), durfte der Betrieb maximal zwölf Mitarbeiter beschäftigen.

Nach dem Mauerfall entwickelte Manfred Cuno das Unternehmen ständig weiter und entwickelte Innovationen, die die Produkte nach eigener Darstellung einzigartig machen. Unter anderem hat das Unternehmen einen sehr realistischen Bilddruck entwickelt, der mehr Punkte auf das Papier bringt, als bei einem herkömmlichen Druckverfahren. Das Unternehmen entwickelt die Drucktechnik mit namhaften Herstellern ständig weiter, schilderte er.

Zwei neue Druckmaschinen

Mit zwei nagelneuen Druckmaschinen, die jeweils mehr als vier Millionen Euro gekostet haben, will das Unternehmen, nach eigenen Angaben, weiter an der Spitze der Branche arbeiten, sagte Manfred Cuno. Eine neue Halle ließ das Unternehmen anbauen. In den kommenden Wochen und Monaten soll hier die zweite neue Druckmaschine aufgebaut und zwei weitere in einer anderen Halle abgebaut und wieder aufgebaut werden, erklärte der Firmenchef beim Rundgang.

„Die ganze Druckerei ist schön aufgeräumt“, schwärmte er. Wegen des Ministerbesuchs hätten die Mitarbeiter Ordnung geschaffen. Wenn er sonst die Ordnung anmahne, gehe es meist nicht so schnell, schmunzelte er.

Zurzeit arbeiten etwa 180 Mitarbeiter in dem Unternehmen. Nach dem Mauerfall hat der Betrieb 100 Lehrlinge ausgebildet. Gut 80 davon seien dem Unternehmen treu geblieben. Aktuell lernen 16 junge Frauen und Männer einen Beruf in einer mehrjährigen Ausbildung. Kontinuierlich ist das Unternehmen in den zurückliegenden Jahren gewachsen und erwirtschaftet aktuell einen Umsatz von rund 20 Millionen Euro im Jahr. Drei Standbeine hat die Firma, auf denen der Erfolg aufbaut. Neben dem Buchdruck, verlassen das Unternehmen ebenso viele Zeitschriftentitel. Selbst große Tageszeitungen lassen in Calbe Beilagen drucken. Das dritte Standbein besteht aus dem Druck von teils aufwändig hergestellten Katalogen unter anderem für die Autoindustrie.

Scharfer Bilddruck

Autohersteller, die großen Wert auf eine anspruchsvolle Darstellung in einem Katalog legen, seien bei dem Unternehmen gut aufgehoben, zeigte der Firmenchef einige Kataloge. Der scharfe Bilddruck sei dabei ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche, hob er hervor. Beim Rundgang zeigte ein Mitarbeiter dem Wirtschaftsminister eine auf Postergröße gedruckte Briefmarke. Das Original, kaum daumengroß, hat das Unternehmen aufbewahrt. An dem Beispiel sei zu erkennen, was das Druckverfahren leisten könne. Um die Druckergebnisse zu erzielen, setzt der Betrieb auf Spezialdruckfarben. Normale Druckfarbe hätte zu grobe Farbpigmente und würde sich nicht eignen, sagte Manfred Cuno.

Interessant sei das Unternehmen, sagt Willingmann, für einen Auftritt des Landes auf der Frankfurter Buchmesse. Ob er denn schon dort vertreten sei, wollte er vom Unternehmer wissen. „Mit rund 500 Neuerscheinungen sind wir in diesem Jahr dort gewesen“, erwiderte er. Zwar hat das Grafische Centrum Cuno keinen eigenen Messestand. Eine Vielzahl der dort vertretenen Bücher seien aber in Calbe gedruckt worden, schilderte er.

Auch wenn das Buch immer wieder als tot bezeichnet werde, ließen viele Verlage bei ihm die Bücher drucken. Genau beobachtet das Unternehmen den Absatz digitaler Bücher. In der jüngeren Vergangenheit habe der Absatz von E-Books stagniert oder sei gar rückläufig, sagte er weiter. Momentan mache der Markt hier nur fünf Prozent vom Gesamtumsatz aus. Das gedruckte Buch sei nach wie vor gefragt.

Unternhemer sieht mehr Potential

Mit der Investition in den Maschinenpark will das Calbenser Unternehmen seine Kapazität im zweistelligen Prozentbereich deutlich steigern. In Zukunft könnten allerdings noch einige Arbeitsschritte automatisiert werden, sieht der Unternehmer noch Potential. Er habe dazu bereits mit Forschern getüftelt, schilderte er. Eine Herausforderung für die Unternehmenszukunft sei, ausreichend Mitarbeiter zu finden, sagte er außerdem auf eine Frage des Wirtschaftsministers.