Schönebeck l „Jetzt haben wir eine Grundrichtung“, sagt Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) gestern gegenüber der Volksstimme. Am Donnerstagabend hat sich der Stadtrat mehrheitlich mit 20 Ja- und zwölf Nein-Stimmen bei einer Enthaltung dafür ausgesprochen, dass die Verwaltung das Kombibad in abgespeckter Form als Stadtwerke-Modell (Bau und Betrieb) weiter verfolgen soll.

Nächste Woche soll es ein Telefonat mit dem Unternehmen geben, das die Entscheidungsfindung begleitet hat und nun die steuerliche und wirtschaftliche Prüfung des angestrebten Betreibermodells übernimmt. Anfang Juni sei ein Termin mit der Firma in Schönebeck anvisiert. „Sie werden uns dann mitteilen, welche Unterlagen sie für ihre weitere Arbeit brauchen. Wir haben aber schon einiges vorbereitet“, sagte Dezernent Joachim Schulke gestern. Er geht davon aus, dass Anfang September Ergebnisse vorliegen: Ob die Stadtwerke Bau und Betrieb wirtschaftlich leisten können, ob Varianten und Betreibermodell passen, ein konkreter Zeitplan ... Der Stadtrat entscheide dann, ob der Projekt an die Stadtwerke übertragen wird. Ist dies passiert, könne mit Planungsleistungsvergabe und Bauplanung begonnen werden Sobald die Stadtwerke das Projekt übernehmen, würden sie auch die Kosten tragen, die mit dem Bau zusammenhängen, sagt Bert Knoblauch. Darauf angesprochen, wann es denn einen Entwurf vom geplanten Kombibad zu sehen gebe, mussten beide einräumen, dass das erst in der Phase der Bauplanung passiere. Also frühestens Ende des Jahres.

Wichtiger Zwischenschritt

Auch wenn sich das alles noch weit weg anhört, für den Stadtchef ist der Beschluss von Donnerstag „ein wichtiger Zwischenschritt“ in Richtung Kombibad. Und: „Damit schließen wir auch eine weitere Diskussion hinsichtlich Schwimmhalle und Freibad, Sanieren und Bauen im Bestand aus.“ Zwar sei eine Schließung noch nicht beschlossen, aber es werde keine weiteren Investitionen mehr geben.

Eine kurze Diskussion hatte es dazu noch einmal im Stadtrat gegeben. Die Linke-Fraktion hatte sich mit einem Änderungsantrag dafür ausgesprochen, eine neue Schwimmhalle auf dem Zentralen Omnibusbahnhof/Altstadtplatz als späteren Ersatz für die jetzige zu bauen und das Freibad zu sanieren – gebaut und betrieben wenn möglich durch die Stadtwerke. Doch die Stadträte lehnten mehrheitlich ab.