Elbenau l Das neue Schuljahr steht auch an der Grundschule Elbenau kurz bevor. Die Vorbereitungen sind in vollem Gang. Hier werden Hefte sortiert und dort letzte Pinselstriche gemacht, während in einem kleinen Besprechungsraum von den Grundschullehrern um Schulleiter Frank Faust Fingerabdrücke genommen werden.

Grund dafür: Nach unzähligen Einbrüchen in Kindertagesstätten und Schulen im Salzlandkreis und in Magdeburg wurde in der vergangenen Woche auch die Freie Waldschule Elbenau von einem oder mehreren Tätern heimgesucht. Wer die Täter in Elbenau sind, ist bislang nicht bekannt. Ein Zusammenhang mit den gefassten Tätern aus Borne wird geprüft.

Vergleichsreihen aufstellen

Denn ein Handabdruck auf einem Fenster könnte Aufschluss über die Identität der Täter geben. Routinemäßig werden deshalb auch die Fingerabdrücke der Grundschullehrer überprüft. Polizeisprecher Marco Kopitz erklärt: „Die Erkenntnisse aller Taten wurden in einer sogenannten Vergleichsreihe zusammengetragen. Solche Vergleichsreihen gelten als Ermittlungshilfen und werden genutzt, um Tatüberschneidungen, Begehungsweisen, Zeitvariablen und sonstige Erkenntnisse aufzubereiten.“

Bilder

Schulleiter Frank Faust selbst hatte den Einbruch am Donnerstagmorgen bemerkt. Weil es keine Einbruchspuren gibt, vermutet Schulleiter Frank Faust: „Wahrscheinlich sind die Täter schon tagsüber im Schulgebäude gewesen, haben ein Fenster geöffnet, es wieder angelehnt und die Schule dann später einfach durch das geöffnete Fenster betreten und wieder verlassen.“

Der zur Schule gehörende Hort hat bereits seit Mitte Juli wieder geöffnet, weshalb auch das Schulgebäude zeitweise offen ist. Einen Vorwurf, dass das angelehnte Fenster beim Verriegeln der Schule nicht bemerkt wurde, macht Frank Faust aber niemandem. „Wir haben nicht feststellen können, dass etwas entwendet wurde. Vielleicht merken wir im laufenden Schulbetrieb noch was“, sagt er.

Bild der Verwüstung

Dennoch bot sich dem Schulleiter am Donnerstag ein Bild der Verwüstung. Die Schubfächer der Lehrerpulte in den Klassenräumen wurden durchsucht, „und wahrscheinlich aus Frust, dass sie nichts finden konnten, haben die Täter dann zwei Flachbildschirme im Souterrain des Schulgebäudes zerstört“, sagt Frank Faust.

Im Gegensatz zu seiner Bürotür sind die Türen zu den einzelnen Klassenräumen nicht beschädigt worden, da sie nicht abgeschlossen werden – aus gutem Grund.

Bereits im Juli vergangenen Jahres wurde in der Schule eingebrochen. Damals hatten die Täter es geschafft, die Türen zum Lehrerzimmer und zum Büro des Schulleiters aufzubrechen. Ein Schaden von mehreren tausend Euro war entstanden, der nicht voll von der Versicherung der Schule in Trägerschaft der Oskar-Kämmer-Schule übernommen wurde.

Nichts zu holen

Frank Faust hofft, dass der aktuelle Schaden an seiner Bürotür aber behoben und von der Versicherung getragen wird – ohne dass die Freie Waldschule wie 2018 einen Eigenbeitrag leisten muss.

Grundsätzlich herrscht im Kollegium Unverständnis über derartige Einbrüche. Frank Faust sagt: „Es gibt hier nichts zu holen.“ Die technischen Geräte, die in der Schule zu finden sind, seien alt, die Betriebssysteme längst überholt. Er ergänzt: „Wir haben kein Bargeld in der Schule und meinen Laptop nehme ich jeden Abend mit nach Hausse.“

Grundsätzlich machen Einbrüche wie diese nur Ärger. Bis die Reperaturarbeiten an der Tür zum Schulleiterbüro starten, würden wieder Monate vergehen. Das weiß Frank Faust aus den Erfahrungen im vergangenen Jahr noch zu gut.