Wespen l Die EMS startet im Herbst mit einem wichtigen Erschließungsvorhaben. Der Barbyer Ortsteil Wespen soll an das Erdgasnetz angeschlossen werden.

Der positiven Entscheidung der EMS-Gremien ging eine Einwohnerbefragung voraus. „Das Interesse der Wespener war groß. Daher freuen wir uns, dass wir mit der Umsetzung des Vorhabens noch in diesem Jahr beginnen können“, erklärt EMS-Geschäftsführer Jens Brenner.

Internet mit Hochgeschwindigkeit

Neben dem umweltschonenden Energieträger Erdgas will der Regionalversorger gemeinsam mit seinem Tochterunternehmen GlasCom Salzlandkreis GmbH auch Hochgeschwindigkeits-Internet auf moderner Glasfaser-Basis in die Ortschaft bringen. Mit den Arbeiten soll in dieser Woche begonnen werden. Es ist geplant, vom Ortsteil Zeitz aus zunächst auf einer Länge von 1,9 Kilometern eine Erdgas-Zuleitung sowie ein Leerrohr für die Breitbandversorgung zu verlegen. Das erfolgt mit einem sogenannten Kabelpflug, der die Rohre in einem Arbeitsgang Meter für Meter in etwa 80 Zentimeter Tiefe platziert und verdichtet. Am Feldweg entlang werden die Leitungen bis zum Abzweig Seehof und von dort in Richtung Wespen, Höhe Friedhof, installiert.

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Nach derzeitigen Planungen soll ab März 2020 mit der Errichtung des Ortsnetzes begonnen werden. „Unser Ziel ist es, dass die ersten Kunden, die es wünschen, ihre Wärme- und Warmwasserversorgung mit Beginn der nächsten Heizperiode auf Erdgas umstellen können“, betont Jens Brenner.

Die Wespener werden also bald in der glücklichen Lage sein, ihre Flüssiggas- oder Öltanks verschrotten zu können. Eine ähnliche Anfrage, das Dorf auf Erdgas umzustellen, gab es im Herbst 2017 auch in Zuchau. Doch dort kam es nicht dazu, obwohl in Zuchau knapp hundert Einwohner mehr als in Wespen leben.

Warum Zuchau kein Erdgas bekommt?

„Man kann die Standorte Wespen und Zuchau hinsichtlich der positiven beziehungsweise negativen Entscheidung zur Erschließung nicht miteinander vergleichen. Die Voraussetzungen sind andere“, erklärt EMS-Pressesprecher Frank Sieweck auf Volksstimme-Anfrage.

Generell gehe sein Unternehmen bei Neuerschließungen davon aus, dass es deutlich mehr als die Hälfte Interessenten im Vergleich zur Anzahl der Haushalte im Ort geben müsse, um über eine Erschließung zu befinden.

In Wespen sei das gegeben gewesen. „In Zuchau hatten wir eine Befragung vorgenommen, die die erhofften Ergebnisse nicht erbrachte“, sagt Sieweck. Entscheidend sei zudem aber die Tatsache gewesen, dass sich der Bau der Zuleitung nach Wespen deutlich einfacher und damit kostengünstiger realisieren lasse. Insgesamt sei die Zuleitung knapp zwei Kilometer lang.

In Zuchau würde das ganz anders aussehen. Hier wäre die Trasse um ein Vielfaches länger geworden, was die Kosten deutlich erhöht hätte. „Hinzu wäre eine Querung der Bahnstrecke Magdeburg-Halle gekommen. Das hätte den Aufwand und damit die Kosten zusätzlich erhöht“, fügt Frank Sieweck an. Diese Tatsache und das relativ geringe Interesse für einen Erdgas-Hausanschluss der Einwohner von Zuchau hätten letztendlich zur Entscheidung geführt, dort derzeit von einer Erschließung abzusehen.

Wespener Interessenten erhalten weitere Informationen zu den Themen „Heizen mit Erdgas“ und „Highspeed-Internet“ beim EMS-Berater Olaf Schünemann: Telefon (0 39 25) 9882-229, Mobil (0151) 62 91 54 63. Oder per E-Mail: o.schuenemann@e-ms.de