Schönebeck l Die Gruppe machte sich am Sonntag, 23.08.2020 pünktlich um 11 Uhr auf den Weg auf den zirka elf Kilometer langen Rundweg durch die Stadt. Gestartet wurde an der Weltrad-Manufaktur. „Wir haben einen strengen Zeitplan“, konstatierte Mitorganisator Dr. Georg Plenikowski, Vorsitzender des Fördervereins des Industriemuseums.

Informationen an 14 Haltepunkten

„Ein Rennen fahren wir aber dennoch nicht“, kündigte er an. So blieb genug Zeit für die Teilnehmer, die Informationen an den insgesamt 14 Haltepunkten aufzunehmen.

Auf Kunst, Kultur und das, was Schönebeck eben zu bieten hat, waren Ilka Tietze und ihr Enkel Marius gespannt. „Ich möchte meine Heimatstadt gerne besser kennenlernen“, sagte der 8-Jährige. „Er möchte einfach alle Sehenswürdigkeiten erkunden“, ergänzt seine Oma. Die beiden hätten beispielsweise schon die Johanniskirche in Bad Salzelmen besucht und waren dort sogar auf dem Turm. Nun hieß es also, die Heimat mit dem Fahrrad zu erkunden. „Wir haben in der Zeitung gelesen, dass so ein Fahrradtag stattfindet und haben sofort beschlossen, dass wir mitfahren wollen“, erklärte Ilka Tietze. Die beiden gingen genauso an den Start wie viele anderer Familien.

Bilder

Familie Hoffmann kommt ins Fernsehen

Etwa Familie Hoffmann. Sie kam beim Start an der Weltrad-Manufaktur sogar zu besonderer Berühmtheit. Ein Kamera-Team des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) hatte sich in die Elbe-Stadt verirrt. „Gerade in Zeiten von Corona sind solche Veranstaltungen selten geworden“, weiß Vater Marco. „Es ist schön, einen Ausflug mit der Familie machen zu können“, ergänzt Nadine Hoffmann. Gemeinsam mit den Kindern Hannes und Willi sind die beiden häufiger mit Rad unterwegs. So viele Sehenswürdigkeiten wie gestern fährt die vierköpfige Familie dabei aber wohl selten an – passende Vorträge und Wissenserweiterung inklusive.

Zum Beispiel an der Salzblume, dem ersten Stopp auf der Tour. Hans-Günter Zick informierte die Radfahrer, verstärkt durch in mobiles Mikrofon, darüber, dass das Denkmal zwischen 1996 und 1997 errichtet wurde.

Hoher Symbolcharakter

„Es hat sehr hohen Symbolcharakter“, wie er den Teilnehmern erklärte. Die zum Großteil aus Eisen und Stahl gefertigte Skulptur verkörpere mehrere Elemente, die zu Schönebeck gehören: Die Dreiecke symbolisieren die Kolonisten, die von 1760 bis 1790 wirkten. Im Zentrum der Figur sei ein Salzkristall; passend zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in der Schönebecker Vergangenheit. Das Denkmal, so berichtete es der Gruppenführer, habe ordentliche Ausmaße. Die Skulptur am Elbufer sei stolze 16 Meter hoch, insgesamt 12 Meter breit und bringt ein Gewicht von 25 Tonnen auf die Waage.

Eine Station später, am Rathaus, berichtete Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) über die bewegte Geschichte des Platzes. Nicht ohne Stolz stellte er fest, dass „wir hier ein neues Wohnzimmer haben“. Was er damit meint? In den letzten wurde der Platz durch Baumaßnahmen stetig aufgewertet. So entspannt einem Vortrag lauschen wie am gestrigen Sonntag hätten die Besucher auf dem Marktplatz bis vor einigen Jahren nicht können.

Hygiene-Maßnahmen eingehalten

Vor einigen Jahren hätte, so Knoblauch, auch der Marktbrunnen von 1907 nicht so schmuck daher kommen können, wie er heute ist. Der Fränkische Muschelkalk sei in die Jahre gekommen. 2014 habe es eine große Restaurierungsaktion gegeben.

Was für Schönebecker in diesem Jahr neu ist: die Corona-Schutzmaßnahmen. Zwar kamen etwa 150 Menschen zu der Radtour, auf Hygiene-Maßnahmen wurde nicht verzichtet. Das Organisationsteam um Eventmanagerin Angie Fritzsche hatte die Situation im Griff. Alle Besucher trugen sich vor Fahrtbeginn in eine Liste ein. Sie bekamen zudem ein Erkennungszeichen in Form eines Stempels auf die Hand.