Tiere

Familie aus Eickendorf geht mit Alpakas auf Wandertouren

Eickendorf

„Eigentlich haben wir uns die Alpakas als Rasenmäher angeschafft“, gibt Diana Zickner zu. Die Wiese hinter dem Hof der Familie wurde zu groß, um sie ständig selbst kurz zu halten. Da kam Diana Zickners Mann Gordon und ihrer Tochter die Idee mit den Alpakas. Die Mutter war erst skeptisch, aber nachdem sie sich mehrere Monate eingelesen und beraten lassen hatte, stand fest: Die flauschigen Tiere kommen nach Eickendorf!

Den Hof hat die Familie mit Freunden daraufhin alpakafreundlich umgestaltet. Die Wiese ist nun stabil umzäunt und die Tiere haben immer Zugang zum Stall. „Regen mögen sie nicht so gern“, weiß Diana Zickner. Gras, Heu und Wasser stehen immer bereit.

Alpakaherde ist im Dorf ein echter Hingucker

Vor zwei Jahren kamen die ersten vier Tiere, vor kurzem kamen noch einmal drei dazu. Die Herde besteht nun aus sieben Huacaya-Alpakas. Gekauft hat die Familie sie von anderen Alpakahöfen in Deutschland. Die Tierart stammt ursprünglich aus Südamerika, vor allem Peru. Aber auch in unseren Regionen können sie überleben und sogar 25 Jahre alt werden. Hier gibt es keine Pumas, die ihnen gefährlich werden können.

Bald hatte Familie Zickner die nächste Idee. Ab und zu, etwa zwei oder drei Mal die Woche, gehen sie mit den Tieren im Dorf und auf den umliegenden Wegen nämlich spazieren. „Da haben schon manchmal Autos mit quietschenden Reifen angehalten und gefragt: Dürfen wir ein Foto machen?“, schildert Diana Zickner. Und oft kam auch die Frage, ob man nicht selbst einmal mit den Alpakas spazieren könne. „Dann haben wir uns gefragt: Warum eigentlich nicht?“, erzählt Zickner weiter.

So entstand die Idee, Alpakatouren in und um Eickendorf anzubieten. Seit Februar ist das Gewerbe dazu angemeldet, aber bisher sind die Touren nicht ohne Weiteres möglich. „Zur Zeit dürfte ich nur mit einem Erwachsenen unterwegs sein, aber die meisten Anfragen kommen von Familien“, bedauert Diana Zickner. Wenn die Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie aufgehoben werden, kann es losgehen, hofft sie. Die Familie geht die Idee sowieso ruhig an. Immerhin arbeiten beide Eltern hauptberuflich. „Die Wanderungen machen wir nur zum Spaß“, sagt Diana Zickner. Jeder Besuch soll mit den Interessenten individuell abgesprochen werden. Auch Picknicks oder Kindergeburtstage können die Zickners sich in Zukunft vorstellen.

Alpakas beruhigen und entschleunigen

Bei den Spaziergängen zeigen die Alpakas ihre neugierige, aufmerksame Art. „Normalerweise spazieren wir immer einfach am Sportplatz vorbei, aber als einmal ein Fußballspiel war, wollten die Alpakas unbedingt hin und gucken“, erzählt Gordon Zickner. Die Tiere sind Menschen zugewandt, aber haben auch ihren eigenen Kopf, weiß der Alpaka-Halter: „Wir gehen nicht mit den Alpakas, sondern sie mit uns.“ Wenn man mit den Tieren ein bisschen warm geworden ist und vielleicht auch ein Leckerli dabei hat, lassen sie sich auch streicheln. Bei aller menschlichen Zugewandtheit ist wichtig: Die Tiere haben empfindliche Mägen und dürfen deshalb nur nach Absprache mit den Haltern gefüttert werden.

Der Kontakt zu Alpakas wirkt auf viele Menschen beruhigend und entschleunigend. Deshalb ist ihr Einsatz für Therapien mittlerweile weit verbreitet. Ein solches Angebot bieten die Zickners nicht, aber gegen Stress und zum Abschalten helfen die Tiere auf jeden Fall, meint Diana Zickner.

Hinzu kommt, dass die Tiere ihren Haltern auch erstklassige Wolle liefern. Schon in zwei Wochen kommt die Wintermatte ab. Dabei fällt Wolle für etwa zehn Bettdecken an. Die Wolle gilt als sehr fein und temperaturangleichend. Auch Seife kann man aus den Fasern herstellen.

Alpakas sind also sehr vielseitig einsetzbar. Ihre eigentliche Arbeit als „Rasenmäher“ erledigen Ulvi, Balu, Holly, Biene, Goldie, Cookie und Teddy, wie die Alpakas auf dem Hof in Eickendorf heißen, weiterhin ganz nebenbei.