Sanierung

Fast bereit für die Einschulung - dann kommen die Schüler kommen

Zum neuen Schuljahr soll das größte Bauprojekt der Gemeinde Bördeland nach zwei Jahren Bauzeit fertig sein. Die energetische Sanierung der Grundschule Welsleben kostet 3,5 Millionen Euro. Auch für den angrenzenden Hort gibt es Pläne.

Von Robert Gruhne
Fassade und Vordächer sind so gut wie fertig. Aktuell wird der Hof gestaltet.
Fassade und Vordächer sind so gut wie fertig. Aktuell wird der Hof gestaltet. Foto: Robert Gruhne

Welsleben

Es ist noch nicht einmal halb zehn und die Bauarbeiter packen schon wieder zusammen. Auf der Baustelle der Grundschule „Juri Gagarin“ in Welsleben passiert heute nichts mehr. Schnee und Regen machen die Außenarbeiten zur Matschpartie – und das Anfang Mai.

Bürgermeister Bernd Nimmich (SPD) und Bauhof-Mitarbeiter Ronny Höschel führen trotzdem über das Gelände. Viel ist seit dem letzten Volksstimme-Besuch Mitte März geschafft worden. „Die Arbeiten neigen sich dem Ende zu. Wir sind im Fahrwasser“, verkündete Nimmich tags zuvor im Gemeinderat. Zwar hängen an allen Türen noch lange Mängellisten, aber übertrieben hat er trotzdem nicht. Innen wird schon aufgeräumt, der Fahrstuhl fährt und eine der letzten Herausforderungen, die Turnhalle, ist so gut wie fertig.

Zwei Jahre sanierte die Gemeinde die Grundschule, insgesamt 3,5 Millionen Euro fließen in das Projekt. Die Verwaltung zapfte alle Fördertöpfe an, die zu finden waren. Der Großteil des Geldes, nämlich 2,6 Millionen Euro, kam aus dem Stark III-Programm von EU und Land zur energetischen Sanierung. Digitale Tafeln und Laptopwagen werden über den Digitalpakt des Bundes bezahlt. Für die Außenanlagen nutzt die Gemeinde wiederum eine Förderung des Landes. Und nicht zuletzt bringt sie mindestens 900?000 Euro selbst auf.

Nicht abschrecken lassen

„Für uns als kleine Verwaltung ist das schwierig, aber die Kollegen arbeiten sehr akribisch“, meint Nimmich. Trotz Bürokratismus habe sich die Gemeinde nicht von dem Projekt abschrecken lassen. Dass die Arbeit Früchte trägt, wird beim Gang durch die Schule deutlich.

Das 1981 errichtete Gebäude wurde als Polytechnische Oberschule genutzt und hatte somit einmal zehn Klassenstufen. Für die heutige Grundschule ist demnach reichlich Platz. Die Anzahl an Klassenräumen und Fachkabinetten ist großzügig, hinzu kommen Vorbereitungsräume, Räume für pädagogische Mitarbeiter und ein großer Speiseraum. Die Farbgestaltung ist farbenfroh, aber nicht quietschbunt.

Viel mehr ist aber noch hinter den Kulissen des Schulgebäudes passiert. „Der Hausmeister ist in Zukunft gefordert“, scherzt Nimmich. Brandschutz, Alarm, Elektrik, Fußbodenheizung, Breitbandanschluss – alles wurde erneuert. Hinzu kommen eine neue Luftwärmepumpe und Lüftungsgeräte in allen Klassenräumen.

Ein wahres Prunkstück

„Prunkstück“ nennt Nimmich die sanierte Turnhalle, von der zwischenzeitlich nur noch ein schlankes Gerüst stand. Mittlerweile ist sie komplett neu verkleidet. Nur die Kletterstangen fehlen noch.

Im Außenbereich ist bereits die Regenwasserentwässerung fertiggestellt. Aktuell wird der Hof gestaltet und gepflastert – wenn das Wetter stimmt. Hierfür hat die Gemeinde rund 200.000 Euro eingeplant, 90 Prozent davon Fördermittel.

Ein Flügel des Komplexes passt noch nicht so recht zum Rest: Am Hort klebt noch der DDR-Charme. Die 280?000 Euro teure Sanierung ist ebenfalls 2021 geplant. Dann können Hort und Grundschule gleichermaßen aus Eickendorf zurück nach Welsleben ziehen.

Der angrenzende Hort ist als Nächstes an der Reihe.
Der angrenzende Hort ist als Nächstes an der Reihe.
Foto: Robert Gruhne
Lichtkuppeln erhellen Aula und Speisesaal.
Lichtkuppeln erhellen Aula und Speisesaal.
Foto: Robert Gruhne
Innen wie außen wird es bunt.
Innen wie außen wird es bunt.
Foto: Robert Gruhne
Schultische in bunten Farben warten bereits in den Klassenräumen.
Schultische in bunten Farben warten bereits in den Klassenräumen.
Foto: Robert Gruhne
Stolz auf die neue Turnhalle: Bürgermeister Bernd Nimmich und Bauhof-Mitarbeiter Ronny Höschel.
Stolz auf die neue Turnhalle: Bürgermeister Bernd Nimmich und Bauhof-Mitarbeiter Ronny Höschel.
Foto: Robert Gruhne