Wehrleitung

Felgeleber Feuerwehr im Blut

Martin Glaser ist der neue Wehrleiter der Schönebecker Stadtteilfeuerwehr Felgeleben. Das Thema Feuerwehr beschäftigt ihn schon so lange er denken kann.

Von Bianca Oldekamp
Seit rund elf Jahren ist Martin Glaser Mitglied der Stadtteilwehr Felgeleben. Im Oktober 2020 wurde er von seinen Kameraden zum neuen Wehrleiter gewählt.
Seit rund elf Jahren ist Martin Glaser Mitglied der Stadtteilwehr Felgeleben. Im Oktober 2020 wurde er von seinen Kameraden zum neuen Wehrleiter gewählt. Foto: Bianca Oldekamp

Felgeleben - Dass er umgehend wieder in eine Feuerwehr eintreten und sich im Einsatz engagieren will, war für den 34-jährigen Martin Glaser klar. 2010 zog es ihn nach Schönebeck, genauer gesagt in ein Haus an die Paul-Illhardt-Straße. Die einzige Frage, die er sich damals stellte: „Zur Wehr nach Bad Salzelmen wechseln oder zur Stadtteilwehr Felgeben?“ Aufgrund des kürzeren Anfahrtsweges zum Gerätehaus in der Schulstraße entschied er sich letztlich für Felgeleben. Eine Entscheidung, die Martin Glaser nie bereut hat. Immerhin ist er elf Jahre später Wehrleiter der Stadtteilwehr Felgeleben – nachdem die Wehr und alle Kameraden mit ihr einige Hürden zu meistern hatten.

Martin Glaser ist in Kleinmühlingen aufgewachsen. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für die Feuerwehr. Schließlich waren sein Opa und Onkel schon damals Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kleinmühlingen (heute Freiwillige Feuerwehr Kleinmühlingen-Zens). Und so war es kein Wunder, dass Martin Glaser dann im Jahr 1996 – als er endlich alt genug war – in die Jugendwehr in Kleinmühlingen eingetreten ist. Seither hat den heute 34-Jährigen das Feuerwehrfieber nicht mehr losgelassen.

Leben ohne Feuerwehr nich vorstellbar

14 Jahre später folgte dann der umzugsbedingte Wehrwechsel. Denn ein Leben ohne Feuerwehr kann sich der Familienvater einfach nicht vor-stellen – und übernimmt seit Oktober 2020 jetzt auch den Posten der Wehrleitung. Den hatte zuvor ein anderer Kamerad inne, der die Felgeleber Stadtteilwehr dann aber verlassen hatte. Eine Feuerwehr ohne Wehrleitung funktioniert nun mal nicht.

Und so wurde am 30. Oktober 2020 eine neue Wehrleitung gewählt: Martin Glaser als Wehrleiter und Chris Schwabe als sein Stellvertreter. „Einstimmig“, sagt Martin Glaser. Seine Ziele für die insgesamt sechs Jahre, für die er gewählt wurde: „Mir ist es vor allem wichtig, dass wir noch mehr Menschen für die Arbeit innerhalb der Wehr begeistern können.“ Außerdem wolle er sich für viele weitere Lehrgänge einsetzen, damit die Wehr beispielsweise mehr Gruppenführer vorhalten kann. Und: „Ich will für die Kameraden da sein und grundsätzlich in allen Belangen das Bestmögliche für sie rausholen.“

Wehrleiter ist gleichzeitig Funktionsträger

Martin Glaser selbst ist Zugführer, Maschinist, Atemschutzgeräteträger und Aus-bilder im Bereich Technische Hilfeleistung, kann also viele Aufgaben innerhalb der Wehr selber übernehmen – auch die Leitung eines Einsatzes natürlich.

Bei seinem Engagement wird der 34-Jährige von seiner Familie unterstützt. „Meine ganze Familie steht hinter mir“, berichtet Martin Glaser und ist froh über diesen Rückhalt. Froh ist er aber auch, dass sein Arbeitgeber, eine Kfz-Werkstatt in Schönebeck, sein Engagement für die Feuerwehr mitträgt. „Geht der Pieper, kann ich rausfahren zum Einsatz“, berichtet der 34-Jährige und ist dankbar für diese Möglichkeit, die nicht immer selbstverständlich ist.

Erinnerung an Einsätze in Kleinmühlingen und Felgeleben

An seinen allerersten Einsatz als Mitglied der Einsatzabteilung – damals noch in Kleinmühlingen – erinnert sich Martin Glaser noch ziemlich gut. „Das war ein Scheunenbrand. Den werde ich nie vergessen“, sagt der 34-Jährige. Der Einsatz, der ihm aus seiner bisherigen Zeit in der Felgeleber Wehr am meisten in Erinnerung geblieben ist, ist ein Verkehrsunfall in der Sachsenlandstraße, bei dem 2020 ein Mensch ums Leben gekommen ist. Die Wehr musste den Verunglückten aus dem Auto bergen – kein alltäglicher Einsatz für Martin Glaser und seine Kameraden.

Seinen wohl längsten Einsatz haben Martin Glaser und seine Kameraden im Sommer 2019 auf dem Wertstoffhof Schönebeck am Frohser Berg verbracht. „16 Stunden waren wir dort im Einsatz“, erinnert sich der 34-Jährige an die Alarmierung von vor rund zwei Jahren zurück. Und der zeigt auch: Die Felgeleber Kameraden sind lange nicht nur in ihrem Ortsteil unterwegs.

Neue Einsatzgebiete durch Löschwassertanks

In Zukunft könnte die Wehr womöglich in noch viel weiter entfernten Regionen des Salzlandkreises eingesetzt werden. Denn die beiden neuen Löschwasserbehälter, die der Salzlandkreis mit Hilfe einer ordentlichen Finanzspritze angeschafft hatte, lagern im Felgeleber Gerätehaus, da die Wehr über ein entsprechendes Logistikfahrzeug zum Transport der jeweils rund 150 Kilo schweren Behälter verfügt.

Künftig müssen die Kameraden also immer dann mit raus, sobald die Löschwasserbehälter, die 35.000 Liter fassen, gebraucht werden. Und das wird vor allem dort der Fall sein, wo keine Hydranten sind beziehungsweise die Versorgung mit Löschwasser generell schlecht ist. Und nicht nur darauf freut sich Martin Glaser. „Ich freue mich insgesamt einfach auf die neuen Aufgaben als Wehrleiter in Felgeleben“, fasst er zusammen.