Schönebeck l Was die Mitarbeiter einer Wach- und Schließgesellschaft am Freitagabend auf ihren Bildschirmen beobachten, muss schon ziemlich skurril gewesen sein: Per Videoüberwachung sehen sie, wir auf dem Wertstoffhof Schönebeck Feuerwehrleute mit Schläuchen hektisch umher rennen. Wenige Minuten zuvor ist in der 50 mal 20 Meter großen Lagerhalle ein Feuer ausgebrochen, das von einem Bürger der Leitstelle gemeldet wird.

„Das war ein ganz schön heftiger Einsatz“, berichtet am Sonnabendmorgen Schönebecks kommissarischer Stadtwehrleiter Daniel Schürmann. In der nach einer Seite offenen Halle lag zuvor Haus-, Sperr- und Papiermüll. Warum sich der riesige Haufen entzündet, kann noch nicht gesagt werden.

140 Kameraden vor Ort

Ziemlich rasant breitet sich das Feuer aus. Und genauso schnell wird den Schönebecker Kameraden klar, dass sie Unterstützung benötigen. Der Grund: Der Wertstoffhof des Kreiswirtschaftsbetriebes des Salzlandkreises liegt rund 900 bis 1.200 Meter bis zu den nächsten Hydranten entfernt. Zu Spitzenzeiten des Einsatzes sind bis zu 140 Feuerwehrkameraden vor Ort, berichtet der Stadtwehrleiter.

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„Die komplette Wehr des Stadtgebietes und Ostelbiens gehörte anfangs dazu“, so Schürmann. Um später die Kameraden abzulösen und weitere Schläuche zu legen, werden die Berufsfeuerwehr Magdeburg alarmiert, die freiwilligen Wehren aus Glinde, Pömmelte, Kleinmühlingen-Zens, Eggersdorf und Biere. Nach Auskunft der Feuerwehr werden rund 900 Liter Schaumbildner eingesetzt.

Wie kompliziert das Löschen der vielen Tonnen Müll ist, berichtet am Sonnabend auf Anfrage der Volksstimme der Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebes, Ralf Felgenträger. „Wir hatten wirklich Glück: Unser Betrieb hat Schiebebagger vor Ort und die Feuerwehr in ihren Reihen Kameraden, die die Befähigung haben, die Technik zu bedienen. Unter Vollschutz haben sie sich dann mit den Fahrzeugen in die Halle gewagt und haben nach und nach den Müll nach draußen geschoben. Dort konnte er abgelöscht werden.“

Durchgängig stabile Wasserversorgung

Zudem gibt es am Abend bis in den nächsten Morgen eine stabile Wasserversorgung. Wie der Stadtwehrleiter erklärt, wird Wasser aus dem Bereich der Kläranlage und aus der Magdeburger Straße gezogen. „Es war wichtig, dass wir nicht nur den Brand löschen, sondern auch das umliegende Ödland schützen“, erklärt er.

Noch in der Nacht machen sich Landrat Markus Bauer (SPD) und Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) ein Bild vom Ausmaß des Brandes. Beide loben den Einsatz der Kameraden.

Nicht unerwähnt sollte noch ein weiterer Fakt sein: Wie die Feuerwehrleute anerkennend erzählen, machten sich am Abend nach dem Ausbruch des Feuers Mitarbeiter des Wirtschaftsbetriebes in ihrer Freizeit auf den Weg zur Anlage, um mitzuhelfen.

Müllabfuhr fährt ab Montag

Die Müllabfuhr im Kreis, die ab heute wieder beginnt, kann ohne Probleme durchgeführt werden. „Wir werden unsere Logistik umstellen. Der Müll im Kreisgebiet wird weiterhin wie gewohnt entsorgt“, so Felgenträger.

Am heutigen Montag wird auch ein Statiker die stark beschädigte Lagerhalle begutachten. Dann werden weitere Entscheidungen getroffen.