Schönebeck l In Sachen Feuerwehr ist Maik Häring fast schon ein Spätzünder. „Ich habe mit 17 Jahren während meiner Ausbildung zum Maurer an der Tischlerstraße angefangen“, sagt der heute 43-Jährige. Die Jugendwehr hat er damit praktisch übersprungen und sich im Rahmen seiner Lehrgänge gleich bei den aktiven Einsatzkräften eingegliedert. Die ursprüngliche Idee stammte von einem Freund aus Calbe. „Der hat immer so von der Feuerwehr geschwärmt, dass ich schließlich auch hingegangen bin“, sagt Maik Häring. Vor allem die Technik und die Kameradschaft begeistern ihn bis heute. Wobei es den Schönebecker natürlich nicht nach Calbe gezogen hat, sondern an die Tischlerstraße. Sogar das genaue Datum weiß er noch. „Das war der 1. Mai 1994“, sagt Häring. 26 Jahre ist das jetzt schon her.

Doch auch wenn der Feuerwehrmann kein Eigengewächs der Jugendwehr ist, funkte es bei Maik Häring und der Feuerwehr dafür umso heftiger: Seit vier Jahren ist er auch noch Berufsfeuerwehrmann in Magdeburg. Und nun wurde er nach der Wahl zum neuen Stadtteilwehrleiter an der Tischlerstraße durch die Kameraden in der vergangenen Woche auch vom Stadtrat bestätigt. „Die Feuerwehr brauchte schließlich einen neuen Wehrleiter und durch meine bisherigen Führungsaufgaben habe ich mich berufen gefühlt“, sagt Maik Häring zu seiner Wahl. Besonders wichtig ist ihm die Arbeit des Fördervereins der Stadtteilwehr Schönebeck von der Tischlerstraße, die er maßgeblich mit vorangebracht hat. „Mit dem Verein geben wir auch Personen oder Unternehmen, die nicht selbst Mitglied bei der Feuerwehr werden können oder wollen, die Möglichkeit, uns etwa mit Spenden zu unterstützen“, sagt Häring.

Viel Lob für die Stadtverwaltung

Vor allem technisch sieht der neue Wehrleiter die Stadtteilwehr Schönebeck gut aufgestellt. „Bei Fahrzeugen, Ausrüstung und Uniformen werden wir von der Stadtverwaltung sehr gut unterstützt. Da können wir uns nur sehr bedanken, selbst wenn das Pflichtaufgaben sind“, sagt Maik Häring. Auf lange Sicht macht jedoch der demografische Wandel auch vor der Tischlerstraße nicht halt. „Es kommen nicht so viele junge Aktive nach, wie ältere aufhören“, sagt er. Zwar ist gerade die Jugendwehr von der Tischlerstraße mit mehr als 20 Nachwuchskräften gut aufgestellt. Doch die Erfahrung zeigt, dass von den Jugendlichen später immer nur ein Teil zu den Aktiven wechselt.

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Es sei daher gut möglich, dass Schönebeck irgendwann nicht mehr um hauptamtliche Feuerwehrleute herumkommt, sagt Maik Häring. Wobei für die Feuerwehr auch wichtig sei, dass sich möglichst viele städtische Mitarbeiter bei den ehrenamtlichen Einsatzkräften engagieren. Denn die Stadt habe als Arbeitgeber immer noch am meisten Verständnis dafür, wenn ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit in den Einsatz gerufen werden, so Häring. Für viele Unternehmen stellt das jedoch ein Problem dar. „Teilweise sind tagsüber nur neun Kameraden einsatzbereit“, sagt Maik Häring. Und das, obwohl die Tischlerstraße 55 aktive Einsatzkräfte zählt. „Es wäre daher wichtig, dass das Ehrenamt insgesamt aufgewertet und attraktiver gemacht wird“, sagt der neue Stadtteilwehrleiter. Und zwar nicht nur bei der Feuerwehr, sondern auch bei sonstigen Helfern, im Sport und in Vereinen. Denn die Gesellschaft brauche das Ehrenamt.

Patrick Köhler wird Stellvertreter

Unterstützt wird Maik Häring vom ebenfalls neu gewählten stellvertretenden Stadtteilwehrleiter Patrick Köhler. „Wir haben uns vor der Wahl abgestimmt. Er ist 30 Jahre alt, so dass wir auch verschiedene Altersgruppen abdecken“, sagt Maik Häring, der das Amt von seinem Vorgänger Dirk Dietzmann übernommen hatte. Beide befinden sich derzeit noch in der Findungsphase in ihren neuen Ämtern. Ziel soll auch sein, möglichst weitere Kameraden in die Aufgaben einzubinden. „Nicht alles muss der Wehrleiter selber machen“, sagt Maik Häring.