Kreißsaal

Geburt: Fehlen in der Ameos-Klinik in Schönebeck Hebammen?

Zwischenzeitlich musste der Kreißsaal der Ameos Klinik in Schönebeck abgemeldet werden. Es fehlen Hebammen.

Von Franziska Richter
Es fehlt an Hebammen im Salzandkreis, unter anderem in der Ameos Klinik in Schönebeck.
Es fehlt an Hebammen im Salzandkreis, unter anderem in der Ameos Klinik in Schönebeck. Caroline Seidel/dpa

Schönebeck/Staßfurt - „Vom 6. bis 10. Mai steht keine Geburtshilfe zur Verfügung. Auch im April soll das schon einmal der Fall gewesen sein“, sagte Daniel Rausch (AfD). Der Kommunalpolitiker im Kreistag war empört darüber, was ihm zugetragen wurde. Das klang so, als wären in dem Zeitraum keine Geburten im gesamten Salzlandkreis möglich gewesen. Was passierte in der Zeit mit schwangeren Frauen, fragte Rausch weiter. Immerhin sei die Geburtshilfe ein wichtiger Teil der medizinischen Versorgung im Salzlandkreis.

Der Kommunalpolitiker machte Anfang Mai auf das Problem öffentlich im Kreistag aufmerksam und bat die Salzlandkreisverwaltung zu handeln. Landrat Markus Bauer (SPD) nahm das Thema als wichtig und dringend auf. „Ich werde mich sofort mit Ameos kurzschließen“, sagte Bauer. Er wolle darauf drängen, dass solche Situationen in Zukunft ausgeschlossen werden können. Was war los bei Ameos? Tatsächlich waren im genannten Zeitraum am Schönebecker Klinikum keine Geburten möglich. Maren Brandt, Leiterin der Kommunikation bei Ameos Ost, teilt für das Unternehmen mit: „Im Ameos Klinikum Schönebeck musste der Kreißsaal im April für einen kurzen Zeitraum abgemeldet werden. Im Mai führten krankheitsbedingte Ausfälle bei der Belegschaft zu einer Abmeldung vom 6. bis einschließlich 10. Mai.“ Das habe nur Schönebeck betroffen. Die Geburtsstation im Ameos Klinikum Aschersleben sei ungebrochen weiterhin geöffnet gewesen.

Patientinnen haben die Wahl

Auf die Frage, wohin die Patientinnen in der Zeit verwiesen wurden, heißt es von Ameos nur, dass die Wahl des Kreißsaals immer den werdenden Müttern und ihren Familien obliege. Weitere Leistungen der Geburtshilfe wie Vorberatung, Vorbereitungskurse bis hin zur Nachsorge seien in Schönebeck weiterhin angeboten worden. Einzig der Kreißsaal sei kurzfristig abgemeldet gewesen, so Ameos.

Kurzfristige Personalengpässe in der Geburtsstation am Klinikum in Schönebeck werden laut Ameos normalerweise mit Agenturen der Arbeitnehmerüberlassung überbrückt, heißt es. Langfristig sei das Unternehmen erneut bestrebt, die Leistung der Geburtshilfe vor Ort durchgängig und komplett anzubieten: „Wir sind aktiv auf der Suche nach Hebammen und werden unser Team weiter verstärken. Durch die geplante Zuführung von Personal in den nächsten Monaten gehen wir von einer Stabilisierung aus“, so Sprecherin Brandt. Die Geburtshilfe sei fester Bestandteil des Schönebecker Klinikums. 2023 soll ein Erweiterungsbau mit einem erneuerten Bereich für die Pädiatrie eröffnen.