Fest

Gemeinschaftswerk: Pömmelter feiern 725.

Freitag und Sonnabend feiert Pömmelte sein 725-jähriges Bestehen. Höhepunkt wird am Sonnabend ein Festumzug sein, der um 14 Uhr startet.

Von Thomas Linßner

Pömmelte l „Gut! Das habt ihr sehr schön gemacht“, lobt Steffen Möbes den Trupp auf einem Hof in der Dorfstraße. Extra für die Volksstimme haben die Pömmelter Treckerfreunde einen Teil ihrer Technik aufgebaut. Felix, Daniel und Jens Hardtke sowie Klaus Krabbes und Jürgen Brandt sitzen auf oder stehen neben ihren Dieselmaschinen. Steffen Möbes ist einer der Motoren der 725-Jahrfeier, die Freitag und Sonnabend über die Bühne gehen soll.

Die Trecker-Männer haben zwei grüne Schlepper der Marken „Zettelmeyer“ und „Deutz“ in Pole-Position gebracht. Dahinter tuckerten ein „Multicar“ und ein „Erdbeerpflücker“ (Hydraulischer Universallader) der Marke „T 157/2“ friedlich vor sich hin. „Wartet mal“, ruft die Dame des Hauses, Sabine Hardtke, „mein Leiterhandwagen und die Kürbisse müssen auch noch aufs Foto“.

Diese detailreiche Beschreibung möchte aufzeigen, mit wie viel Engagement sich die Pömmelter für ihr Ortsjubiläum einbringen, das eigentlich ein „Schnellschuss“ ist. „Andere Dörfer bereiten ihre Jubiläen zwei Jahre vor - bei uns waren es zwei Monate“, grinst Steffen Möbes. Denn die Idee, eine 725-Jahrfeier zu machen, reifte nicht viel früher. Eher nebenbei erinnerte man sich an das Fest vor 25 Jahren, als Pömmelte 700 Jahre alt wurde.

Also wurde bisher nicht gekleckert, sondern geklotzt, was die Organisation betrifft. Hilfreich ist dabei die Existenz des erst vor ein paar Jahren gegründeten Heimatvereins „Kleines Ende“. Der heißt nach dem Standort seines kulturellen Epizentrums, der Kulturbaracke. Und eben da wird das Fest am Freitag um 18 Uhr mit einem Bierfassanstich beginnen.

Doch zurück zu den Vorbereitungen. „Ich denke mal, dass wir es am Sonnabend auf 18 Schaubilder bringen“, sagt Steffen Möbes. Damit meint er die Teilnehmer des Festumzuges, der um 14 Uhr startet. Darunter werden auch ein paar Bergleute sein, die an die längst vergessene Episode des Pömmelter Braunkohle-Untertageabbaus erinnern wollen. „Die Uniformen haben wir uns vom Salzlandmuseum ausgeborgt“, erzählt Möbes.

Doch damit nicht genug. Auch einige Pömmelter werden dem Fest zu Ansehen verhelfen, die eher hinter den Kulissen wirken. So zum Beispiel die Feldstraßenanwohner Hummel und Wizuy. Sie und einige andere Familien bastelten Schmuckketten aus Papier. Wie man es früher im Werkunterricht der Grundschule machte.

„Ich habe aus unserer Firma Papierreste mitgebracht, die wir an die fleißigen Bastler verteilt haben“, erzählt Marianne Hummel. So saßen an langen Sommerabenden gut gelaunt Kind und Kegel beieinander, um Papier in Streifen zu schneiden, in Form zu bringen und zu verkleben. „Solche Aktionen tun nicht zuletzt der Dorfgemeinschaft gut“, bemerkt Steffen Möbes. Bisher sei es in Pömmelte eher so gewesen, dass jeder Verein sein eigenes Ding machte: die Ringreiter, die Feuerwehr, die Angler, die Windmühlenleute ... Doch das „Kleine Ende“ und eben jetzt das Drumherum des Ortsjubiläums, schweißen zusammen.

Und noch was: Extra zum Jubiläum ließ Ortsbürgermeister Thomas Warnecke 25 Fahnen herstellen. Zu sehen sind auf blau-weißem Grund drei silberne Lilien, die von goldenen Ähren flankiert werden. Genau vor zehn Jahren war das Wappen auch heraldisch anerkannt worden. Die Lilien symbolisieren die drei höchsten Punkte des Dorfes. Dessen Besiedlung hatte infolge der Hochwassergefahr ganz praktische Gründe. Es handelte sich um drei ehemalige Rundhöfe.