Fußballfans

Graffiti verunstaltet Stadtansicht

In Calbe nehmen Graffiti mit Bezug zum Magdeburger Fußball zu. Besonders an viel befahrenen Straßen prangen die Sprüche.

Von Thomas Höfs

Calbe l Es muss offenbar schwer sein, als Fußballfan nicht allen Mitbürgern mitzuteilen, für welchen Fußballklub man gerade schwärmt. So könnten die vielen Graffiti in Calbe verstanden werden, die in der Saalestadt zu sehen sind. Besonders am Ortseingang haben sich die Graffiti in den vergangenen Monaten an den Garagen in Richtung Schönebeck vermehrt. Allerdings vermitteln die Graffiti weniger den Eindruck, als handele es sich um Werbebilder für den verehrten Fußballverein, sondern als Botschaft an andere Fußballfans. Immer wieder ist von Fanatismus die Rede. Dazu gibt es Begriffe, die eine nicht neutrale Grundeinstellung vermuten lassen.

Alle Autofahrer, die von Schönebeck aus Calbe erreichen, sehen inzwischen die Graffiti. Schön sehe das nicht aus, meinte dazu der Vorsitzende des Verschönerungsvereins. Rudolf Conrad müht sich ehrenamtlich mit seinen Vereinsfreunden, die Stadt schöner zu machen. Immer wieder ist die Arbeit der Bürger von Rückschlägen gekennzeichnet, Besonders am Saaleufer hat sich der Verschönerungsverein zuletzt richtig ins Zeug gelegt. Doch seit Monaten kämpft der Verein gegen eine permanente Vermüllung des Geländes. Für die Graffiti an dem Garagenkomplex am Ortseingang ist die Stadt Calbe zuständig. Ihr gehört die Anlage. Bürgermeister Sven Hause (parteilos) sieht aktuell keinen Handlungsbedarf. Die Stadt könne nicht permanent alle Graffiti in der Stadt überstreichen, sagte er. Anders sehe es natürlich aus, wenn die Bilder und Texte mit dem Gesetz kollidieren.

Wer die Bilder an die Wände gesprüht hat, ist für ihn ebenso offen. Eine Hooligan-Szene habe er in der Stadt noch nicht bemerkt. Calbe hat eine der ältesten Bevölkerung in Sachsen-Anhalt. Zwar dürften sich viele Einwohner für den Fußball begeistern und auch den Magdeburger Fußball Club anfeuern. Doch stehen die Einwohner nicht im Verdacht, Wände in der Stadt zu besprühen, schätzt der Bürgermeister ein. Schön finde er den Anblick am Ortsausgang ebenso nicht. Doch er habe kein Rezept gegen die Graffiti in der Saalestadt, schilderte er.

Allerdings steht Calbe mit den zunehmenden Graffiti nicht allein da. In vielen Kommunen sind die wilden Sprühaktionen ein Thema in der Bevölkerung. Dabei gibt es auch Wege, Bilder legal an graue Wände zu bringen. Die Stadt hätte im Fall der Garagenwände bestimmt kein Problem damit, wenn dort ganz offiziell Bilder aufgetragen werden, die die Stadtansicht aufwerten. Wie so etwas geht, zeigen die inzwischen vielerorts gut bemalten Stromverteilerhäuschen. Tolle Bilder hat der Regionalversorger hier schon aufbringen lassen.