Schönebeck (ji/muß) l Freitagmorgen um 3.26 Uhr in der Früh:  Die Schönebecker Feuerwehren werden von der Leitstelle des Salzlandkreises  alarmiert und zum Bürgerpark Salineinsel geschickt. Als die ehrenamtlichen Helfer der Wehren Tischlerstraße, Bad Salzelmen, Felgeleben und Ranies dort eintreffen, steht der Dachstuhl des  alten Salinemagazins lichterloh in Flammen. „Wir haben sofort mit dem Löschangriff von außen und innen begonnen“, sagt Einsatzleiter Frank Mantwill von der Stadtteilwehr Schönebeck an der Tischlerstraße. Zunächst mussten die Einsatzkräfte allerdings noch die Eingänge des verschlossenen historischen Gebäudes aufbrechen, dass bereits seit Jahren ungenutzt leer steht.

Das größte Problem: Von der abgelegenen Salineinsel müssen die Feuerwehrleute mit Schläuchen zunächst eine 100 Meter lange Wasserversorgung zu einem Hydranten an der Barbyer Straße legen. Auch ein Salzwasserbrunnen auf der  Salineinsel kann angezapft werden. Zum Glück führen die Einsatzkräfte auch Wasser in ihren Fahrzeugen mit sich.Bei der etwa 60 x 15 Meter großen Lagerhalle handelt es sich um das damalige Salzmagazin. Das Gebäude war teilsaniert und wurde als Veranstaltungsgebäude genutzt. Der Schaden beläuft sich auf etwa 100.000 Euro. Die Halle stand auf dem Gelände des Bürgerparks "Salineinsel".

Verstärkung aus Ranies

Nach einiger Zeit müssen die Einsatzkräfte noch Verstärkung aus Ranies nachfordern, da die Atemschutzgeräteträger ersetzt werden müssen. Von der Drehleiter aus und über den  Innenangriff gelingt es den ehrenamtlichen Schönebecker Einsatzkräften schließlich, das Feuer auch in den Hohlräumen des Daches zu löschen. „Es ist alles gut verlaufen, und es wurde niemand verletzt“, sagt Einsatzleiter Frank Mantwill. Eine Ausbreitung des Brandes könnte so verhindert werden.

Lob kam vom amtierenden Schönebecker Stadtwehrleiter Daniel Schürmann. „Die Zusammenarbeit zwischen den Wehren hat vorbildlich funktioniert“, sagte er. Der hauptamtliche Mitarbeit der Leitstelle des Salzlandkreises hatte den Einsatz während seiner Nachtschicht selbst koordiniert und war nach Dienstende  um 6 Uhr noch zum Einsatzort  auf der Salineinsel gefahren.

An dem 1898 erbauten Salinemagazins, in dem früher Salz gelagert wurde, entstand allerdings erheblicher Sachschaden. Zwar ist das Dach entgegen ersten Berichten nicht eingestürzt. Nach Polizeiangaben beläuft sich der Schaden ersten Schätzungen zufolge allerdings auf etwa 100.000 Euro. Spezialisten der Polizei haben den Einsatzort bis Freitagmittag untersucht. „Derzeit wird von einer vorsätzlichen Brandstiftung ausgegangen“, teilte ein Sprecher des Polizeirevier Salzlandkreis mit. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Der Brandort wurde von den Beamten beschlagnahmt.

Bauhof sichert Salzmagazin

Das beschädigte Objekt wurde gesichert, die Brandermittlungen werden fortgesetzt, nachdem  die  einsturzgefährdeten Bereiche in Nähe der Brandausbruchsstelle abgesichert sind. „Die Sicherung erfolgt sehr wahrscheinlich zu Beginn der nächsten Woche“, so der Polizeisprecher weiter.

Mitarbeiter des städtischen Bauhofes sicherten am Freitagvormittag die Eingänge des Salinemagazins, die die Feuerwehr aufgebrochen hatte, erneut mit Holzplatten. Das Gebäude und der mutmaßliche Tatort der Brandstiftung sollen dadurch vor unbefugten Eindringlingen geschützt werden.

Die 60 mal 15 Meter große Lagerhalle befindet sich im Eigentum der Stadt Schönebeck. Seit Jahren steht das Gebäude mit den Fachwerkwänden leer. Vor länger Zeit wurde es offenbar noch als Werkstatt genutzt. Vor der Neugestaltung der Salineinsel zu einem Bürgerpark hatten zwei Studenten ein Konzept entwickelt, um das Salinemagazin in eine Veranstaltungshalle zu verwandeln und für den Tourismus zu nutzen. Allerdings hatte es für das Vorhaben kein Geld gegeben. Seitdem steht das Salinemagazin auf der Schönebecker Salineinsel leer. Nach Angaben von Einsatzleiter Frank Mantwill von der Stadteilwehr Schönebeck ist die Salineinsel bisher kein Schwerpunkt der Brandbekämpfung gewesen.