Das Schulgebäude wird energetisch saniert

Rund 3,2 Millionen Euro werden in der Käthe-Kollwitz-Grundschule verbaut. Gut 1,1 Millionen Euro kommen als Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, 160 000 Euro sind Landesmittel aus dem Programm Stark III. Knapp 1,9 Millionen Euro steuert die Stadt als Eigenanteil bei.

Die energetische Sanierung ist das Wesentliche. Ziel ist es, den jetzigen Verbrauch um 60 Prozent zu reduzieren. Die Schule erhält barrierefreie Zugänge und einen Aufzug. Die Toiletten, die sich derzeit – bis auf je zwei in der zweiten Etage der einen Haushälfte – außerhalb des Gebäudes in einem Container befinden, sollen ins Haus kommen.

Ebenso die Mensa, die jetzt noch in einem Flachbau auf dem Hof untergebracht ist.

Das Gebäude selbst wird mit einer 20 Zentimeter starken Dämmung eingepackt, das Dachgeschoss entkernt. (hl)

Schönebeck l Schüler raus, Bauleute – denkt sich der Laie, wenn er von anstehenden Arbeiten hört. Doch so einfach ist es nicht, sagt Matthias Haucke vom Sachgebiet Hochbau der Stadtverwaltung. Warum es derzeit und auch demnächst noch keine baulichen Aktivitäten auf dem Areal der Grundschule am Breiteweg geben wird, erklärt er: Für die Sanierung der Schule fließen Fördermittel. Der Bewilligungsbescheid ist Ende vergangenen Jahres übergeben worden. Erst dann dürfen die Planungsleistungen für das Begleiten des Projektes – von der Baugenehmigung bis zur Schlüsselübergabe – ausgeschrieben werden. Da diese um die 400.000 Euro betragen, muss eine europaweite Ausschreibung erfolgen (ab einer Summe von etwa 220.000 Euro). Das Prozedere dauert etwa sechs Monate, so Matthias Haucke. Aufgrund der Auftragshöhe muss auch der Stadtrat über die Vergabe entscheiden.

„Somit konnte die Stadt erst zum Juli die Planungsbüros mit dem Auftrag binden“, so der Diplom-Ingenieur, der auf Vorgaben durch Vergaberecht und Fördermittelgeber hinweist. Ein Planungsbüro kümmere sich um das Gebäude mit Tragwerk, Brandschutz, Bauphysik (Schall- und Wärmeschutz), das andere um die Versorgungsmedien wie Elektro, Wärme, Wasser/Abwasser, Lüftung. Beide kommen aus der Region.

Nun wird von den Planern zusammengetragen, was für den Antrag auf Baugenehmigung nötig ist: erforderliche Unterlagen, statische Berechnungen, Nachweise nach Energieeinsparverordnung ... Vor Ort erfolgt eine detaillierte Bestandsaufnahme der vorhandenen Konstruktionsteile. Mitarbeiter des Bauhofes helfen in dem ihnen möglichen Rahmen bei vorbereitenden Arbeiten. So legen sie in verschiedenen Räumen stellenweise Fußböden und Decken frei, damit der Sanierungsbedarf bewertet werden kann.

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Detaillierte Planung

Das Planungsbüro gleicht den Ist-Zustand mit dem verzeichneten Zustand in vorhandenen Plänen ab. Diese seien von 2016, als der Antrag auf Fördermittel gestellt worden sei. Der jetzt zu erstellende Plan diene der Detaillierung.

Alles muss genau aufgenommen und festgehalten werden. „So gibt es Räume, in denen die Holzdielung entfernt und eine Lewisdecke – das sind S-förmig gewalzte Schwalbenschwanzstahlbleche – eingezogen worden. Oder in den 90ern ist der Schallschutz verbessert worden, aber eben nicht überall. Oder wie sehen die Deckenkonstruktionen aus, da müssen zum Beispiel beim Trittschallschutz Mindeststandards eingehalten werden“, erläutert Matthias Haucke.

Antrag bald einreichen

Die derzeitige Erfassung sei notwendig, um entscheiden zu können, in welchem Rahmen saniert wird: Muss generell erneuert werden oder kann auf Vorhandenes aufgebaut werden? Was muss getan werden, damit die Norm erfüllt wird? „Jetzt wird geprüft: Was haben wir, was müssen wir erfüllen, und wie kommen wir dahin.“

Ziel sei es, so Haucke, dass der Bauantrag Ende September/Anfang Oktober eingereicht wird. Parallel dazu wolle man in die Ausführungsplanung gehen, also die Leistungsbeschreibung für die Gewerke erstellen. So können, sobald der Salzlandkreis als zuständige Behörde die Baugenehmigung erteilt hat, die Ausschreibungen raus, erklärt der Stadtmitarbeiter.

Baubeginn soll voraussichtlich im Frühjahr 2020 sein. Geplant sei, das sanierte Objekt zum Schuljahr 2021/22 zu übergeben.

Dass die Schüler schon vor dem eigentlichen Baubeginn umgezogen sind, sei aus gutem Grund passiert, sagt Matthias Haucke. Zum einen sind viele Räume durch die Bestandsaufnahme und damit einhergehende Löcher in Decken und Böden nicht mehr nutzbar. Zum anderen gehe so ein Leerzug nicht innerhalb von wenigen Tagen.