Plötzky l Die Diskussion um das Gebiet am Pfeiffers See spitzt sich in den politischen Gremien der Stadt immer weiter zu. Ob der Bebauungsplan für das Areal geändert wird, sodass das dauerhaftes Wohnen erlaubt bleibt, scheint nach der Sitzung im Hauptausschuss am Montag fraglicher denn je.

Vom Wochenend-Haus zum Dauerwohnen

Die „Bunte Fraktion“ aus FDP, den Grünen und den Parteilosen Below und Kowolik hatte den Antrag in der laufenden Sitzungsperiode eingebracht. Zuvor hatte eine Gruppe um Martin Harsdorf und Konrad Trippler dafür gekämpft. Es liegt ein Fördermittelbescheid über 340 000 Euro vor, um eine für den Hochwasserschutz wichtige Straße in dem Gebiet zu sanieren. Im Zuge dieser Maßnahmen will eine von Harsdorf und Trippler neu gegründete GbR Infrastrukturmaßnahmen vornehmen, die nötig sind, soll in dem Wochenendhaus-Gebiet dauerhaftes Wohnen möglich sein.

Eine andere Interessengruppe fürchtet indes hohe Kosten und Einbußen der Grundstücksgrößen, die bei einer möglichen Erschließung anfallen würden. Sie wollen das Gebiet im derzeitigen Zustand beibehalten.

Geht es nach Verwaltungschef und Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) bleibt es auch so. „Der Antrag kommt zur Unzeit. Aus unserer Sicht liegt keine rechtliche Grundlage vor, weshalb wir die Umsetzung für rechtswidrig halten“, sagte Knoblauch.

Gegenwind von CDU, Verwaltung und Linken

„Der Antrag kann zur Zeit nicht beschlossen werden. Es fehlen Prüfungen und die finanziellen Auswirkungen werden nicht genannt“, kommentierte Sabine Dirlich, Fraktionsvorsitzende der Linken. „Ich weiß noch viel zu wenig darüber, welche Erschließungen angedacht werden müssen und welche Kosten dann entstehen würden. Um diese Fragen zu beantworten, braucht es mehr Zeit.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Torsten Pillat stellte die Unterstützung innerhalb der Bürgerschaft in Frage: „Nur ein Teil der betroffenen Bürger möchte die Umwandlung. Ich sehe es daher schwierig, mich als Stadtrat dafür stark zu machen.“ Das allein sei schon Argument genug für den Christdemokraten. Bei der GbR habe es am Sonntag eine Versammlung gegeben. 55 Grundstücksbesitzer hätten dort Interesse bekundet, den Bebauungsplan umzuwandeln. Dort gibt es 139 Parzellen.

„Alle unsere Planungen zielen darauf ab, dieses Gebiet als Wochenendhaus-Gebiet auszuweisen“, kommentierte Schönebecks Bauamtsleiter Guido Schmidt. „Wir wollen unsere Dörfer stärken“, so Schmidt ob der Lage. Das Gebiet liegt einige Kilometer von Plötzkys Kern entfernt. „Es sind noch viele Fragen zu klären. Diesen Beschluss jetzt zu fassen, ist nicht zielführend“, so Schmidt abschließend.

Erstes Gespräch aller Beteiligter

Am Donnerstag soll es erstmals ein Gespräch zwischen den Befürwortern und Gegnern sowie aller Fraktionen des Stadtrates geben. Bisher sei dies nach Volksstimme-Informationen nicht gelungen. Dieses Gespräch findet allerdings nicht öffentlich statt.

Schlussendlich sprach der Hauptausschuss keine Empfehlung für die Zustimmung im Stadtrat aus. Die Abstimmung endete mit fünf Gegenstimmen, drei Dafürstimmen und vier Enthaltungen.