Herrentag

Herrentag 2021: An Christi Himmelfahrt ist es ruhig in Schönebeck - kein Stopp in Elbenau

Der Herrentag 2021 verlief ruhiger als in vielen Jahren zuvor. Dafür gab es Gründe. Zum einen, wie so oft, Corona. Zum anderen: das Regenwetter

Von Andre Schneider
Stammgast: Hans Beck sitzt seit vielen Jahren am Fahhradparkplatz in Grünewalde. Er erinnert sich an früher.
Stammgast: Hans Beck sitzt seit vielen Jahren am Fahhradparkplatz in Grünewalde. Er erinnert sich an früher. Foto: Andre Schneider
Kleine Gruppe: Einige waren doch unterwegs, wie Matze (von links), Christian, Andreas und Steffen an der Alten Salzerei in Bad Salzelmen.
Kleine Gruppe: Einige waren doch unterwegs, wie Matze (von links), Christian, Andreas und Steffen an der Alten Salzerei in Bad Salzelmen.
Foto: Andre Schneider
Herrentag 2021: Regen über Regen und dazu Corona. Wer konnte, verzog sich in Bullys und Zelte an die Alte Elbe.
Herrentag 2021: Regen über Regen und dazu Corona. Wer konnte, verzog sich in Bullys und Zelte an die Alte Elbe.
Foto: Andre Schneider
Hier geht nichts mehr: Das Eiscafé und Bistro in Elbenau schloss seine Pforten.
Hier geht nichts mehr: Das Eiscafé und Bistro in Elbenau schloss seine Pforten.
Foto: Andre Schneider

Schönebeck - Der Herrentag 2021 hatte eines im Überfluss zu bieten: Wasser. Der Regen hielt offensichtlich viele Männer davon ab, die liebgewonnenen Ausflugstradition auch in diesem Jahr umzusetzen. Einige Hartgesottene waren trotzdem unterwegs.

Einer von ihnen hatte sich – wie in jeden Jahr – auch diesmal nicht abschrecken lassen. Er sorgte am Radwegparkplatz direkt hinter der Ernst-Thälmann-Brücke auf Aufsehen. „Früher haben wir uns zum Herrentag immer so gekleidet“, berichtete Hans Beck. Der 80-Jährige hatte sich so richtig in Schale geworfen.

Er genoss seine Gerstenkaltschale mit auf einer Bank und einem mitgebrachten Tisch. In der Umgebung hing er einige Dekorationen in die Bäume. Sein Kleidung hatte es in sich. Der Zylinder des Schönebeckers fungierte als Blickfang für die wenigen Passanten, Radfahrer und Ausflügler, die an diesem verregneten Donnerstag vorbeikamen. Der 80-Jährige ließ sich von dem Wetter aber ganz und gar nicht – und schwelgte in der Vergangenheit, als die Volksstimme vorbei kam.

Kneipentour von früher

„Früher“, sagte er, „sind wir von einer Gaststätte zur anderen gezogen“. Gestern undenkbar: Die Gaststätten hatten schließlich geschlossen.

Eine Gaststätte schloss sogar für länger ihre Pforten. Wie die lokale Dorf-Internetseite aus Elbenau vermeldete, musste das erst vor eineinhalb Jahren neu eröffnete Bistro schließen. „Wegen der langen Schließzeit haben wir am 30. April unser Gewerbe abgemeldet“, wird Inhaber Patric Irmer auf der Internetseite zitiert. Also fehlte auch hier ein langjähriger Anlaufpunkt für Herrentags-Ausflügler. Für Jennifer und Patrick Irmer sie die Zeit mit langen corona-bedingten Schließungen zur Kostenfalle geworden. „Dafür reichten die Rücklagen nicht aus“, sagten sie.

Wer konnte, baute sich sein eigenes kleines Bistro. An der Alten Elbe, nahe der Haberlandbrücke, bauten viele Angler Bullys und kleine Zelte auf. So kam wenigstens etwas Ausflugsstimmung auf.

Bier vom Fass

Durch die strengen Pandemie-Auflagen fürchteten viele Gruppen drakonische Strafen. Einige wenige waren aber trotz des regnerischen Wetters unterwegs. So wie diese vier Herren (Matze, Christian, Andreas und Steffen) vor der Alten Salzerei am Gradierwerk. Dort gibt es nämlich Bier vom Fass – zum Mitnehmen, versteht sich.