Schönebeck l Was für ein Anblick ... Seifen über Seifen. In kleinen Körbchen hübsch und ordentlich sortiert. Dazu immer kleine Zettelchen, darauf der Name der Seife und die Inhaltsstoffe. Gartenseife – mit Kokosraspeln und Mohn, Löwenzahn-Seife (mit in Öl eingelegten Löwenzahnblättern) oder auch Lakritzseife, Salzseife und und und 

Gut 60, 70 Sorten von Seifen hat Katrin Kinast schon hergestellt. „Wenn man einmal angefangen hat, ist man infiziert“, erklärt sie augenzwinkernd die große Auswahl. Den „Virus“ hat sie seit Sommer des vergangenen Jahres. Und seitdem sind in den heimischen vier Wänden schon knapp 1000 Seifenstücke produziert worden. Ein Hobby, in das sie gern viel Zeit steckt. „Ich verbinde dabei Schönes und Nützliches mit Kreativität“, schwärmt die 52-Jährige.

Altmärkerin naturverbunden

Rückblick: Die gebürtige Altmärkerin ist sehr naturverbunden, „solange ich denken kann“. Ihre Großeltern hatten einen Bauernhof. „Ich denke, da ist der Grundstein gelegt worden.“ Ihr Vater war Jäger und hat sie viel mit in den Wald genommen.

Sie hat in Magdeburg Lehramt Mathematik und Physik studiert, ist dann aber wieder zurück in die Altmark. Sie wollte, dass auch ihre Kinder möglichst naturnah aufwachsen. Dabei spielte natürlich auch der Garten eine große Rolle. Stichwort: Selbstversorger. „Ich wühle gern in der Erde, säe, pflanze. Man sieht dann, wie es wächst und gedeiht und es nutzen kann“, erzählt Katrin Kinast.

Durch ihre Partnerschaft ist sie 2013 nach Schönebeck gekommen. „Hier kann ich mich austoben“, sagt sie schmunzelnd. Neben dem Hausgarten hat sie noch eine Parzelle in der Anlage Flora. Vor allem Kräuter faszinieren sie. Wen wundert es, dass sie sich auch beim Kräutergarten des Kunsthofes Bad Salzelmen einbringt und bei den Kräuterabenden gern ihr Wissen über heilende Pflanzen weitergibt. Dieses hat sie aus Zeitschriften und Büchern zu diesem Thema, zu dem sie sich schon immer gern belesen hat.

Das Rezept einfach ausprobiert

Und siehe da – in einer Zeitschrift ging es auch einmal um das Herstellen von Seife. „Ich habe das Rezept einfach ausprobiert. Eine ganz einfache Seife“, erinnert sie sich und muss lächeln: „Die erste Seife habe ich gar nicht aus der Form bekommen, weil sie so hart war.“ Doch davon habe sie sich nicht abbringen lassen, hat weiter recherchiert: Rezepte, Düfte, Formen ... „Es macht einfach Spaß. Das Warten auf die fertige Seife – 24 Stunden – das ist schon aufregend. „Der Überraschungsmoment, wenn die Seife aus der Form geholt wird, ist meist großartig.“

Übrigens: Seifen alleine sind Katrin Kinast nicht genug. Sie widmet sich auch der Herstellung von Cremes. Und auch da gibt sie ihr Wissen gern weiter, so beim nächsten Kreativabend im Kunsthof Bad Salzelmen. Wer Interesse hat, ist dazu heute, 19 Uhr, im Schausiedehaus willkommen.