Baugebiet

In Schönebeck-Dorf Ranies soll ein neues Baugebiet entstehen - ein Bauträger-Investor soll es richten

Von Andre Schneider
Am Sportplatz Ranies könnten neue Baugrundstücke entstehen
Am Sportplatz Ranies könnten neue Baugrundstücke entstehen Foto: Andre Schneider

Ranies

Eigentlich könnte alles ganz einfach sein: Die Bauplätze auf dem Ranieser Sportplatz, unweit der Feuerwehr, werden erschlossen, Interessierte melden sich. Kaufen. Bauen. Wohnen. Doch es gibt ein Problem: das liebe Geld.

Wie die Volksstimme berichtete, wäre eine Erschließung der Baukosten derart teuer, dass ein Grundstück nicht zum marktüblichen Preis verkauft werden könnte. Probleme bereitet vor allem ein Stückchen Straße, das schon viele Jahre alt ist. Hier müssten aufwendige Erschließungsarbeiten vorgenommen werden, um den neuen Bebauungsplan tatsächlich zu verwirklichen. Komplett bei Seite legen wollen Schönebecks Baudezernent Guido Schmidt und Ortsbürgermeister Rüdiger Kunze das Projekt deshalb aber noch lange nicht. Sie haben eine neue Idee.

Ein Investor für die Fläche muss her

Ein Investor für die Fläche muss her. Dieser könnte, so stellte Schmidt vor, vertraglich dazu verpflichtet werden, die Erschließungen zu übernehmen und in ortsüblicher Bauweise Häuser zu errichten. „Wir haben schonmal vorerkundet, wie die Interessenslage ist“, berichtete Schmidt von einem positiven Erstergebnis. „Für Ranies ist das jedenfalls eine schöne Ecke.“

Franco Lichtenberg und Christine Dyballa finden das auch. Sie warten schon lange und wollen sich ihren Traum vom Eigenheim in Ranies, in der dörflichen Idylle, erfüllen. „Ich bin hier aufgewachsen und engagiere mich unter anderem in der freiwilligen Feuerwehr“, sagt Lichtenberg, der mit Partnerin und Kind dort bauen möchte. „Für Kinder ist das Dorfleben einfach schöner“, sagt Dyballa. Kontaktaufnahmen seitens der Stadt mit privaten Interessenten habe es allerdings noch nicht gegeben.

Kostensenkungen per Einbahnstraße?

Der Bedarf an Grundstücken in dem idyllisch gelegenen Dorf ist also allemal da. Ortschaftsratsmitglied Stephan Wesche schlug vor, ob Kostensenkungen möglich sind. Er schlug vor, den Weg als Einbahnstraße auszubauen. Dadurch könnten Kosten gespart werden, zumal Gasleitungen bereits vorhanden sind. Man könne, so Schmidt, zwar etwas sparen, aber keine marktüblichen Preise erreichen. Die Straße so zu belassen, wie sie gerade ist, sei laut dem Baudezernenten auch keine Option. Schmidt: „Wenn ich dort ein Grundstück kaufe, sollte dort auch die Straße ordentlich sein.“

„Ich möchte nicht von dem Gedanken abgehen, dass Menschen die Grundstücke kaufen können, die schon ewig darauf warten“, so Wesche. Er befürchtet, dass bei einem Bauträger womöglich andere Interessenten zum Zuge kommen könnten oder weitere Nachteile für das Dorf entstehen.

„Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es besser wäre, das Vorhaben an einen Bauträger zu übergeben“, fasste Ortsbürgermeister Rüdiger Kunze zusammen. „Das ist die wohl einzige Möglichkeit“, kommentierte auch CDU-Stadtrat Wolfgang Schröder, der als Gast mit Rederecht an der Sitzung des Ortschaftsrates teilnahm. Im Städtischen Haushalt ist nämlich wohl keine „Subvention“ des Gebietes zu erwarten.