Schönebeck l Den Erfolg im Internet kann sich die Betreiberin der Facebook-Gruppe sbk.repage.de selbst nicht so richtig erklären. „Vermutlich liegt es daran, dass es sonst kaum Möglichkeit für die Schönebecker im Internet gibt, um sich auszutauschen“, erzählt die Administratorin Anke Pietscher. Die 36-jährige Schönebeckerin ist selbst viel im Internet Unterwegs und beantwortet daher auch die Fragen der Volksstimme zur beliebtesten Schönebecker Facebook-Gruppe – wie sollte es anders sein – per E-Mail. Mehr als 8.000 Mitglieder hat die Seite, mehr als alle anderen Facebook-Gruppen über Schönebeck.

In der Gruppe in dem sozialen Netzwerkes im Internet können die Mitglieder über verschiedene Themen schreiben. Häufig geht es um vermisste oder gefundene Haustiere, Polizei- und Feuerwehreinsätze oder um Stadtpolitik. „Ich interessiere mich vor allem für Natur und Haustiere“, so Anke Pietscher, die selbst einen Hund hat, mit dem sie gern spazieren geht. Manche Nutzer kündigen auch Veranstaltungen wie die Weihnachtsfeier am Bierer Berg an oder fragen nach den Öffnungszeiten von Ärzten. Auch einige ehrgeizige Hobby-Fotografen veröffentlichen bei sbk.repage.de ihre Bilder. Das passiert alles privat und ehrenamtlich, Geld verdient damit niemand, auch nicht Anke Pietscher.

Gruppe besteht seit 2011

Die Facebook-Seite wurde bereits 2011 von einem Verwandten von Pietscher gegründet, der damals auch eine Internetseite unter dem Namen sbk.repage.de unterhielt. Wobei repage der Namen des Internet-Seiten-Anbieters war. Die ursprüngliche Homepage sbk.repage.de gibt es zwar nicht mehr. Doch die gleichnamige Facebook-Seite wird dafür noch umso mehr genutzt.

Nachdem der ursprüngliche Administrator keine Zeit mehr für die Facebook-Seite hatte, wurde sie von Anke Pietscher übernommen. „Nun bin ich schon über fünf Jahre Leiterin dieser Gruppe“, sagt sie. Dabei wird sie allerdings von zwei Bekannten unterstütz, wie sie betont: Sandra Krakau und Jessica Glatzel. Denn alleine könne sie sich gar nicht um die Seite kümmern und auf die Einhaltung der Regeln achten. Denn Regeln muss es bei den vielen zum Teil sehr lebhaften Diskussionen auf der Seite nun auch mal geben. So sind natürlich Beleidigungen aller Art verboten. Auch Flohmarktangebote sind nicht gern gesehen oder Werbung, die über eine Geschäftseröffnung in Schönebeck hinaus geht.

Doch auch diese einfachen Regeln haben bereits zu Diskussionen unter den Nutzern geführt, die die eigentlich rein private Seite offenbar teilweise als eine Art öffentlicher Raum im Internet wahrnehmen, in dem jeder alles sagen kann. Was manche jedoch zu vergessen scheinen: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, und Beleidigungen sind dort genauso strafbar wie im echten Leben.

Auch Anke Pietscher musste sich in der Vergangenheit schon einiges an zum Teil unsachlicher Kritik von den Nutzern anhören. „Hier und da gab es immer mal wieder Diskussionen, die sehr ausgeartet sind und Mitglieder, die mich provoziert oder kritisiert haben. Mittlerweile kann ich viel besser damit umgehen“, sagt sie. Auch Drohungen und Beleidigungen habe es bereits gegeben, doch das lasse sie nicht mehr an sich heran. „Ich werde die Gruppe auch in Zukunft mit Freude weiter leiten und bin täglich gespannt, was wohl wieder neues gepostet wird“, so Anke Pietscher.

Gruppen öffentlich

Nebenbei verwaltet sie noch weitere Facebook-Gruppen unter den Namen Schönebecker Tierwelt, Schönebeck Melder oder Schönebeck verschenk mal was. Wobei sich die Themen teilweise überschneiden. Sämtliche Gruppen sind öffentlich. Das heißt, dass alle Facebook-Nutzer beitreten können, nachdem sie von den Administratoren bestätigt wurden. Außerdem arbeitet Pietscher noch an zwei Internet-Seiten unter dem Namen sbk.online, darunter ein Forum zu verschiedenen Themen und eine Link-Sammlung über Schönebeck.

Zur Beliebtheit von sbk.repage beigetragen hat sicherlich auch die Tatsache, dass die Seite bereits seit acht Jahren existiert und damit eine der ältesten in ganz Schönebeck ist. Im Vergleich dazu hat die Volksstimme im Salzlandkreis erst vor zwei Jahren eine eigene Facebook-Seite bekommen und damit mit knapp 2300 Nutzern auch deutlich weniger Fans.

Einen Blitzstart konnte die Facebook-Seite des Musikzeltes hinlegen, das als mobile Disco in diesem Sommer in Schönebecker Industriepark West Station machte. Innerhalb eines Sommers erreicht die Seite mehr als 2800 Nutzer, wobei dort eben auch viele junge Gäste zum Tanzen aus dem ganzen Salzlandkreis und Magdeburg waren, die auch viel im Internet unterwegs sind.

Feuerwehren aktiv

Sehr aktiv und professionell sind die Schönebecker Feuerwehren bei Facebook vertreten, allen voran die Stadtteilwehr Schönebeck von der Tischlerstraße mit 2800 Fans. Dort berichten Feuerwehrleute von ihren Einsätzen und veröffentlichen Fotos. Dabei gibt es von den Nutzern immer viel Zuspruch für den ehrenamtliche Engagement.

Die Schönebecker Stadtverwaltung ist übrigens nicht bei Facebook präsent. Zum einen fehle dazu das Personal, heißt es aus dem Rathaus. Zudem gebe es rechtliche Bedenken. Die Stadt verlässt sich stattdessen bei der Öffentlichkeitsarbeit vor allem auf das Amtsblatt, ihre Internetseite und ihre mobile Stadt-App.