Schönebeck l Aus den Wänden ragen noch verschiedene Kabel. Einige große medizinische Geräte sind bereits installiert, aber noch gut und dick mit Schutzfolien verpackt. Überall wird noch gewerkelt. Die neue Notaufnahme – eine Vorarbeit zum zukünftigen Projekt der Einhäusigkeit – nimmt Gestalt an. Die Arbeiten haben im August 2018 begonnen. Ameos investiert für den Bau 2,7 Millionen Euro aus Eigenmitteln.

Beim Gang über die Noch-Baustelle ist Dr. Karl-Heinz Binias, Chefarzt Kardiologie und internistische Intensivmedizin sowie ärztlicher Direktor, und Dr. Rüdiger Löwenthal, Chefarzt Unfallchirurgie und Orthopädie, die Vorfreude anzumerken. „Hier ist viel mehr Platz, alles ganz modern, alle Räume sind klimatisiert“, schwärmt Binias. Löwenthal nickt: „Die jetzige Notaufnahme ist sicherlich damals zeitgemäß gewesen, aber jetzt überholt.“

Und auch Krankenhausdirektorin Anna Naumann ist mit dem Stand der Dinge zufrieden. Fast. Zwar wird die Notaufnahme pünktlich fertig, aber nicht das Außengelände. Somit verschiebt sich der geplante Termin der Eröffnung von Mai in den Sommer. Auf ein genaues Datum wolle sie sich nicht festlegen. Sie nimmt die Verzögerung gelassen. Da die jetzige Notaufnahme – im September 1998 in Betrieb genommen – auch weiterhin funktioniert, gebe es keinen Grund zur Eile.

Die Arbeiten zur Anlage des Außengeländes dauern noch an, insbesondere die Zufahrt der Rettungswagen. „Wir wollen nicht drängeln. Es muss alles gut organisiert sein, denn wir wollen bei laufendem Betrieb umziehen. Es muss also alles passen und perfekt sein“, sagt die Krankenhausdirektorin und kann sagen: „Die Räume in der neuen Notaufnahme sind funktionaler und geräumiger, als es die Schönebecker bisher gewohnt sind.“

Umzug der Notaufnahme

Dort, wo dann bald die Notaufnahme sein wird, waren bisher ein Teil des Archivs und die Pathologie untergebracht. Die Pathologie ist in andere Räume gezogen, das Archiv einem externen Dienstleister übergeben, der es für das Klinikum digitalisiert. Im Zuge der Bauarbeiten werden Wände zum Parallelflur eingerissen und an anderer Stelle neu aufgebaut. Bis zu 20 Gewerke, überwiegend aus der Region, übernehmen die Umbauarbeiten.

Der größte Unterschied von bisheriger zur neuen Notaufnahme werden die klimatisierten Räume und eine funktionale Raumstruktur sein. Es wird einen Wartebereich, einen Empfang, vier Erst-Behandlungszimmer, den Bereich Unfallchirurgie (Eingriffsräume, Gipsraum, Schockraum) und Personalaufenthalt geben. Und – ganz wichtig, so Chefarzt Binias – „kurze Wege zur Bildgebungsdiagnostik“.

Die Radiologie ist quasi gleich nebenan, der Weg zum Röntgen wird somit zum Katzensprung. „So werden Behandlungsabläufe optimiert“, betont Chefarzt Löwenthal.

Umgewöhnung für Patienten

Patienten, die sich in Akutsituationen befinden und deshalb die Notaufnahme ansteuern, müssen sich ab Sommer nur etwas umgewöhnen. Wer laufen kann, nimmt den Haupteingang und wird dann durch die Mitarbeiter an der Information oder per Wegweiser geleitet. Wer sich fahren lassen muss, nutzt wie die Rettungswagen die neue Zufahrt über die Straße Am Randel.

Die Baumaßnahme ist Teil des geplanten Zentralisierung der beiden Schönebecker Standorte (Bad Salzelmen und Köthener Straße) in der Stadtmitte. Bis 2023 soll dieser Plan in die Tat umgesetzt werden Die Kliniken Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Frauenheilkunde, Kinderheilkunde sowie die Innere Medizin, bestehend aus der Kardiologie, Gastroenterologie und Onkologie sowie Angilogie und Diabetologie, wären dann an einem Ort.