Bad Salzelmen l Aufgeregt? „Noch nicht“, sagt Sibylle Schulz. Doch der Leiterin des städtischen Eigenbetriebes Solepark ist anzumerken: Ein bisschen schon. – Verständlich. Es soll am Montagabend (16. September) kein rauschendes Fest werden. Das wäre aufgrund der klammen Stadtkassen wohl auch alles andere als richtig. Es soll ein schöner Abend für Wegbereiter und Wegbegleiter sein. Da 1999 (bis August) die einzelnen Einrichtungen des Soleparks nacheinander an den Start gegangen sind, hat sich das Solepark-Team den September für diese Festivität ausgesucht. Jetzt gibt es den Solepark – aus der städtischen Kur- und Gesundheitsverwaltung hervorgegangen – seit 20 Jahren.

Seit 2010 ist Sibylle Schulz Leiterin – nach Frank Schleevoigt (1999-2001), Uta Krupke (2001/2002) und Ines Grimm (2002-2009). Auf ihren Eigenbetrieb ist sie stolz. Bad Salzelmen könne auf das älteste Heilbad Deutschlands verweisen. Der Kurpark mit all seinen Gebäuden ist ein Denkmal. „Nach der Wende haben kluge Stadtväter entschieden, dass in Schönebeck die Kur-Tradition fortgeführt werden soll“, sagt Sibylle Schulz dankbar. Ein Kurentwicklungskonzept musste her. Doch um den Heilbadstatus zu erhalten, musste einiges passieren: Das Lindenbad hatte einen enormen Sanierungsbedarf, musste komplett entkernt und neu aufgebaut werden. Die Holzkonstruktion des Gradierwerkes war sehr in Mitleidenschaft gezogen. Aus dem Soleturm wuchsen schon kleine Bäume. Stadt und Stadtrat sind es angegangen.

Vor 20 Jahren waren dann die Voraussetzungen geschaffen, die Marke Solepark an den Start zu bringen: Das Gradierwerk war um 38 Meter – mit Inhalationsteil – verlängert, Solequell und Kunsthof gebaut, der Trinkbrunnen in Stand gesetzt, das Lindenbad saniert.

Meilenstein

2005 gelingt der Meilenstein: Der Heilbadstatus wird anerkannt. Daran sind Auflagen verbunden, sagt Sibylle Schulz und zählt auf: Es muss eine kurörtliche Infrastruktur geben (zum Beispiel Verkehrsberuhigung durch die Ortsumgehung B246a). Das ortsgebundene Heilmittel, die Sole, muss vorgehalten werden. Es muss ein Kurmittelhaus, das Lindenbad, da sein. Es muss Angebote für Kurgäste geben, ebenso Gastronomie. Und natürlich muss die Luftqualität stimmen.

War 1999 alles schick und neu, so hat in den vergangenen 20 Jahren an allem der (salzige) Zahn der Zeit genagt. Es müsste vielerorts Hand angelegt werden. „Doch die Bedingungen haben sich mit den Jahren erheblich verändert“, merkt sie an. Vor gut 20 Jahren sind viele Maßnahmen über den zweiten Arbeitsmarkt gelaufen. Die Möglichkeit gibt es nicht mehr, es müssen Mitarbeiter eingestellt werden, um das Erreichte erhalten und weiter bieten zu können. Generell hat sich auch die finanzielle Ausstattung auf gefühlt allen Ebenen verschlechtert. Es gibt nicht mehr so hohe Förderungen, anfangs flossen große Summen. „Für Orte wie Schönebeck ist das eine enorme Mehrbelastung. Der Kurorte- und Heilbäderverband Sachsen-Anhalt fordert seit Langem einen Sonder-Finanzausgleich. Denn eine Kommune mit Prädikat muss viel vorhalten, um eben dieses zu verteidigen. Andere Bundesländer zeigen, das es geht.“

Geld für Investitionen nötig

Der Solepark in 20 Jahren ...? „Wir brauchen Geld für Investitionen“, sagt Sibylle Schulz, ohne lange zu überlegen. „Das brauchen wir aber schon viel eher.“ Sie wünscht sich, dass es den Eigenbetrieb weiter gibt, auch in diesem Umfang. Der Gesundheitstourismus werde dann eine größere Rolle spielen, ist sie überzeugt. Um davon zu profitieren, könnte der Standort ausgebaut werden, vielleicht zusammen mit der Rehaklinik.

Und Sibylle Schulz hat Träume. Einen, der schneller zu realisieren ist: „Einen Platz für Wohnmobile in Parknähe.“ Und einen, an dem wohl etwas länger gearbeitet werden muss: „Ein Hotel mit Bademantelgang ins frisch umgebaute, mit Therapieabteilung ausgestattete Solequell.“ Es gibt aus ihrer Sicht einfach zu wenige Hotels in Schönebeck, um zum Beispiel bei Busreiseanbietern mit einer Solepark-Tour zu werben.

Übrigens: Wer sich jetzt fragt, warum der Eigenbetrieb Solepark eigentlich Solepark heißt: „Ganz einfach“, erklärt Sibylle Schulz. „Weil der Begriff das widerspiegelt, was wir hier haben – die Sole und den Park.“