Schönebeck l Die frisch gewählten Stadträte der Schönebecker AfD haben noch nicht einmal ihre Plätze in dem Stadtparlament eingenommen, da steht bereits der erste Ärger ins Haus. Tatsächlich sieht sich die zukünftigen Fraktion nun mit ihrem ersten Boykott konfrontiert. „Die Arbeiterwohlfahrt hat unsere Spende über 300 Euro für das Haus Achterbahn abgelehnt“, teilte Steffen Baumann von der Schönebecker AfD der Volksstimme mit.

Vorangegangen war ein tagelanges Hin und Her: Noch in der vergangenen Woche hatten sich die Mitarbeiter vor Ort offenbar nichts bei der Spende von Schönebecker Stadträten gedacht und einen Termin für die Übergabe am gestrigen Montag bestätigt. Die Fraktion lud daraufhin auch die Volksstimme zu der Scheckübergabe ein. Erst als man sich bei der Arbeiterwohlfahrt nach einer gewissen Zeit so richtig klar darüber wurde, von wem des Geld eigentlich kommen sollte, zogen die Verantwortlichen offenbar die Notbremse.

Langer Streit zwischen Awo und AfD

Awo-Geschäftsführerin Ines Grimm-Hübner des Kreisverbandes Salzlandkreis bestätigte den Vorgang auf Nachfrage: „Es ist ziemlich offensichtlich, dass unsere Werte nicht mit denen der AfD zusammenpassen“, sagte die Chefin der Arbeiterwohlfahrt im Salzlandkreis So habe die Partei im Magdeburger Landtag immer wieder gegen die die Arbeiterwohlfahrt gehetzt. „So lange wir die AfD in Schönebeck nicht besser kennen, kann es da auch keine Zusammenarbeit geben“, sagte Geschäftsführerin Ines Grimm-Hübner. Die Entscheidung über die Ablehnung der AfD-Spende habe sie gemeinsam mit dem Vorstand der Arbeiterwohlfahrt getroffen.

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Das kann man bei der Schönebecker AfD hingegen überhaupt nicht nachvollziehen. „Die Spende an die Awo sollte keine Provokation sein. Es waren die Bürger, die gespendet und den Verwendungszweck bestimmt haben“, sagte Baumann von der Schönebecker AfD. Demnach sei die Summe von 300 Euro beim Verkauf von Essen und Getränken beim Wahlkampfstand der AfD auf dem Marktplatz zusammengekommen. „Die Bürger konnten dabei abstimmen, an wen das Geld gehen soll“, sagte Baumann. Und die Mehrheit hätte sich eben für das Haus Achterbahn entschieden.

Mehr Sitze als Kandidaten bei der Stadtratswa

Baumann ärgert sich über die Ablehnung der Spende. „Fast jeder Vierte hat AfD gewählt. Der Wille der Bürger sollte endlich akzeptiert werden“, sagte er. Die Fraktion will sich nun einen neuen Empfänger für die Spende suchen. Auf der Wunschliste der Spender stand auf dem zweiten Platz die Schönebecker Selbsthilfegruppe Parkinson. Der Gruppe wolle man das Geld nun anbieten.

Die AfD war bei den Schönebecker Kommunalwahlen mit einem Stimmenanteil von 17,6 Prozent zum ersten Mal in den Stadtrat eingezogen. Das entspricht 6375 Stimmen. Von den erworbenen sieben Sitzen kann die Partei allerdings nur fünf besetzen, da sie nicht über mehr Kandidaten verfügt.