Calbe l Die Kleine Fischerei wird als öffentliche Straße künftig eingezogen. Der Stadtrat stimmte bei einer Gegenstimme der Beschlussvorlage der Verwaltung zu. Aus der schmalen Straße soll demnächst vor allem ein Radweg werden, hatte Bürgermeister Sven Hause (parteilos) bereits im Bauausschuss erläutert.

Die Einziehung als öffentliche Straße soll zudem für die Anwohner keine Auswirkungen haben. Denn die Kleine Fischerei soll für die Anlieger weiter wie bislang mit dem Auto genutzt werden können. Auch Besucher dürfen die Straße weiter benutzen, wenn sie jemanden besuchen wollen. „Für die Anwohner ändert sich nichts“, betonte Sven Hause.

Die Bürger seien in dem Verfahren anzuhören, kündigte er zudem an. Im Bauausschuss hatte Christian Behlau (Linke) darauf gedrungen, die betroffenen Anwohner vorab zu informieren.

Radtourismus ausbauen

Mit der Einziehung der Kleinen Fischerei aus dem öffentlichen Straßenverkehr verfolgt die Stadt das Ziel, den Radtourismus an der Saale weiter auszubauen. Daneben geht es der Verwaltung aber ebenso darum, Fördermittel für den Ausbau der Straße zu einem Radweg zu erhalten. Für einen normalen grundhaften Ausbau stünden die Chancen auf eine finanzielle Spritze schlecht, sagte der Bürgermeister noch im Bauausschuss. Mit dem Ausbau des Radwegenetzes habe die Kommune allerdings deutlich mehr Chancen auf eine finanzielle Förderung.

Erhält die Kommune Geld für einen Ausbau der Kleinen Fischerei, käme dies auch den Anwohnern zugute. Noch gibt es in Sachsen-Anhalt Straßenausbaubeiträge, die die Kommunen erheben müssen. Während in anderen Bundesländern die Bürger längst entlastet sind und die Ausbaubeiträge verschwunden sind, sollen die Bürger sie in Sachsen-Anhalt noch zahlen.

Saaleradweg

Mit dem Ausbau der Kleinen Fischerei will die Stadt am Saaleradweg vorankommen. Der Radtourismus an der Saale entwickelt sich wie an der Elbe zu einem stetig wachsenden Geschäft für Dienstleister. Vom Frühling bis zum Herbst reißt der Strom der Radfahrer nicht ab, die die Saale von der Quelle bis zur Mündung erkunden wollen. Mit gut ausgebauten Radwegen sollen die Touristen die Saalestadt nicht nur in guter Erinnerung behalten, sondern die Stadt erkunden. Touristen, die anhalten und auf Entdeckungstour gehen, sind das Ziel. Hier will sich die Kommune noch deutlich verbessern und den Radweg ausbauen, kündigt der Bürgermeister an. Vielleicht kann dies die Gastronomie am Hochufer der Saale wieder beleben. Einst gab es hier an der schönsten Stelle der Stadt zahlreiche Lokale. Viele von ihnen sind in den vergangenen Jahren verschwunden, bedauern auch die Calbenser. Mit einem wachsenden Tourismus könnte das Gast- und Beherbergungsgewerbe wieder einen Aufschwung an der Saale spüren. Das würde nicht nur Arbeitsplätze bringen, sondern könnte die Kommune für die Bürger auch lebenswerter machen.