Schönebeck l Jetzt ist er da, der goldene Herbst. Die Blätter verfärben sich nach und nach, werden immer bunter. Das Gartenjahr – zumindest das, das man im Liegestuhl verbringt – endet. Ein Schauspiel an dem sich viele (Klein-)Gärtner im eigenen Garten aber dennoch erfreuen – während sie weiterhin Arbeiten im Garten verrichtet. Schließlich ist die Gartenarbeit auch mit sinkenden Temperaturen nicht abgeschlossen. Das weiß der Schönebecker Kleingärtner Siegfried Kliematz nur zu gut. Als Fachberater des Verbands der Gartenfreunde Schönebeck und Umgebung, hat er der Volksstimme verraten, welche Arbeiten jetzt und in den restlichen Monaten des Jahres erledigt werden sollten.

Obstgarten:

Im Oktober und November wird die Kernobsternte abgeschlossen. „Gesunde Früchte sollten trocken und frostfrei eingelagert werden“, erklärt Siegfried Kliematz. Die Bestände sollte man regelmäßig auf doch kranke Früchte kontrollieren. Kranke Früchte, die von vornherein zu erkennen sind, und Fallobst sollten zeitnah verarbeitet werden. Um Obstbäume vor den flugunfähigen Frostspannerweibchen (Schädling) chemiefrei zu schützen, empfiehlt der Fachberater, einen Wellpappenleimring am Baumstamm anzubringen. „Alte Bäume werden jetzt gepflegt“, sagt Kliematz „Blut- und Wollläuse werden vernichtet. Erkennbarer Obstbaumkrebs ist sauber abzuschneiden und die Wunden müssen behandelt werden.“ Ein Weißen der Baumstämme zum Winterschutz ist vorteilhaft. Was Pflanzungen angeht, empfiehlt Siegfried Kliematz, die Löcher für diese schon jetzt auszuheben, aber erst im Frühjahr mit dem Pflanzen zu beginnen.

Gemüsegarten:

Sind einige Gemüsebeete noch nicht abgeerntet, ist jetzt die perfekte Zeit dafür. Kohlrabi, Spinat, Rote Beete und Chinakohl beispielsweise sind reif. Möhren, Schwarzwurzeln, Pastinaken und Mangold hingegen können auch später noch geerntet werden, sollten aber vor Frost geschützt werden, während frosthartes Gemüse, wie beispielsweise Braun- beziehungsweise Grünkohl, nach dem ersten Frost noch besser schmeckt. Siegfried Kliematz rät, auf abgeerntete Beete, Kompost oder Mist aufzubringen. Häcksel oder Laub erfüllen den gleichen Zweck. Außerdem sollten die Beete gemulcht werden. „Noch besser ist eine Gründung mit Bienenfutter oder andere im Handel angebotene Mischungen“, findet Siegfried Kliematz. Grundsätzlich sagt er: „Ein bestelltes Beet ist besser als schwarze Erde.“ Was die Aussaat im Herbst angeht, so kann beispielsweise Knoblauch im Oktober gesteckt werden.

Ziergarten:

Der Herbst ist die Zeit, in der Stauden schadlos geteilt, verkleinert und umgesetzt werden können. Wässern nicht vergessen! Rosengewächse werden durch die feuchte Witterung von Rost, Sternrußtau und echtem Mehltau befallen. „Die befallenen Blätter sofort nach Erkennen entfernen und gründlich kompostieren“, sagt Siegfried Kliematz. Ohnehin sollten sie auf 60 Zentimeter zurückgeschnitten und am Stamm mit Erde gut bedeckt werden. Hochstammrosen sollten gegen die Witterung geschützt werden und die Hagebutten bei Kletterrosen entfernt werden.

Jetzt ist zudem genau die richtige Zeit, Zikaden an Rosen und Rhododendren zu bekämpfen, damit es im Frühjahr nicht zum Knospensterben kommt. Neue Rosen sollten jetzt gepflanzt werden.

„Die Veredelungsstelle muss fünf Zentimeter tief im Boden sitzen“, sagt der Experte. Er empfiehlt Rosen mit ARD-Prädikat. Die seien gegen genannten Befall nämlich widerstandsfähig. Auch hier gilt: Wässern nicht vergessen!

In die Erde gebracht werden sollten jetzt auch die Zwiebeln von Frühlingsblühern. Den Rasen gilt es abzuharken und mit Winterrasendünger zu versorgen. Gibt es Pilze auf Rasenflächen, sollten diese bekämpft werden.

Kräutergarten:

Solang es noch nicht gefroren hat – bisher waren die Nächte ja noch frostfrei – können Gartenkräuter geerntet werden. Kräuter, die auch im Winter im Beet bleiben, wie beispielsweise Lorbeerblatt und Rosmarin, sollten vor der kalten Witterung aber geschützt werden.

Sonstige Arbeiten:

Noch gab es zwar keinen Frost, doch in Anbetracht der sinkenden Temperaturen in den Nächten ist es ratsam, alle wasserführenden Armaturen zu leeren und diese vor Frost zu schützen. Regentonnen sollten geleert und gesichert werden. Wichtig, sobald es schneit, sei es laut Siegfried Kliematz, dass Schnee von Wegen, so sie denn von diesem befreit werden, nicht auf dem Rasen gelagert, sondern besser auf gemulchten Beeten oder an Bäumen oder Sträuchern gehäuft wird. Reisig-Laubhaufen sollten nicht umgesetzt werden. Schließlich dienen diese als Winterquartier für viele Tiere. In ihr Winterquartier gehören ähnlich wie die Gartentiere Kübelpflanzen. Wer einen Teich im Garten hat, empfiehlt der Verbandsberater, diesen winterfest zu machen und nicht nur Rosen, sondern auch andere wurzelempfindliche Kulturen zu wässern und mit Erde anzuhäufeln.