Schönebeck l Der 100. Geburtstag von Hans Christoph Karl Friedrich Naumilkat, in Schönebeck geboren, jährt sich 2019. In den Nachkriegsjahren 1948/49 leitete der Schönebecker Komponist und Liedermacher Hans Naumilkat die von ihm gegründete Sing- und Spielgemeinschaft Schönebeck. Daran erinnert sich Georg Brandes aus Schönebeck.

„Nachdem meine Mutter mich 1948 in dem Chor angemeldet hatte, sollte ich vorsingen. Mir fiel das Lied: ‚Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er …‘ ein, und ich begann zu singen. Sofort sang aber der ganze Chor das Lied in folgender Fassung mit: ‚Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die Wurstfabrik, den läßt er an der Wurst abbeißen und wünscht ihm guten Appetit‘“.

Das entsprach so ganz der damaligen Nachkriegszeit. Daran werden sich sicherlich noch einige Schönebecker erinnern.

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Studium in Braunschweig und Berlin

Hans Christoph Karl Friedrich Naumilkat starb vor 25 Jahren am 13. Februar 1994 in Berlin. Er wurde am 9. Dezember 1919 in Schönebeck geboren und besuchte das hiesige Realgymnasium bis zum Abitur im Jahre 1938. Danach studierte er an den Hochschulen für Lehrerbildung in Braunschweig und für Musikerziehung in Berlin-Charlottenburg, weiß Georg Brandes zu berichten.

Nach dem Krieg vervollständigte er seine Ausbildung durch Studium der Musik in Halle. 1950 war Naumilkat in verschiedenen Funktionen beim Berliner Rundfunk tätig, so als Leiter der Abteilung Volksmusik und des Ressort Kinderfunk. Außerdem leitete er die neu gegründeten Kinderchöre des Berliner Rundfunks.

DDR-Klassiker geschaffen

Danach war er freischaffender Komponist und Musiklehrer. In dieser Zeit schrieb er den Klassiker der DDR-Weihnachtslieder „Vorfreude, schönste Freude“.

1966 wurde er zum Professor ernannt und leitete von 1968 bis 1974 das Ensemble Etgar André an der Erweiterten Oberschule „Georg Friedrich Händel“ in Berlin. Ab 1974 war er Chorleiter und Musikerzieher an der Pädagogischen Hochschule Erfurt/Mühlhausen.

Texte von Frau geschrieben

Hans Naumilkat komponierte hauptsächlich Vokalwerke für seine Chöre, für die Schulpraxis und die DDR-Pionierorganisation. Die Texte für viele seiner Lieder schrieb seine Frau Ilse. Durch Aufnahme in Schulbücher, Rundfunksendungen, Fernsehproduktionen mit den von ihm geleiteten Chören und Live-Auftritte erreichten seine Lieder eine weite Verbreitung.

Bekannte Kinder- und Pionierlieder von Hans Naumilkat sind: „Fröhlich sein und singen“, „Wir haben Ferien und gute Laune“, „Soldaten sind vorbeimarschiert“, „Das Fernsehturmlied“, „Bummi-Lied“ („Kam ein kleiner Teddybär“) und „Unsere Heimat“.