Calbe l Ein offenes Ohr für die Schüler haben, sie betreuen und beraten, zwischen Lehrern und Schülern vermitteln, Konflikte bewältigen – als Schulsozialarbeiterin hat Saskia Franke viel zu tun. Seit etwa zehn Jahren ist sie an der Sekundarschule „Johann Gottfried Herder“ in Calbe tätig. Angestellt ist sie beim Diakonieverein Heimverbund Burghof.

Prävention gegen Drogen und Alkohol

„Ich denke, dass die Schulsozialarbeit eine wichtige Ergänzung für jede Schule ist. Dann können sich die Lehrer auf den Unterricht und die didaktischen Aufgaben konzentrieren ,und ich kümmere mich um die Anliegen der Schüler. Um das ganze Drumherum“, sagt Franke. Dieses „Drumherum“ ist dabei aber sehr facettenreich. Eine Vielzahl an Aufgaben fallen in die Zuständigkeit der Schulsozialarbeiterin. So nimmt sich Franke der Sorgen und Ängste der Schüler an, thematisiert die Alkohol- und Drogenprävention, organisiert Projekte zur Freizeitgestaltung und vieles mehr.

Schulabbrecherquote gering halten

Dabei gibt es zwei übergeordnete Ziele: Die Schulabbrecherquote soll so gering wie irgend möglich gehalten werden, und es soll ein angenehmes Umfeld für den Schulalltag geschaffen werden. Die Abbrecherquote sei bereits merklich gesunken, jedoch gebe es nach wie vor immer wieder Einzelfälle, in denen Schüler die Schule nicht regulär beenden, bedauert die Schulsozialarbeiterin.

Ein angenehmes Umfeld zu schaffen, ist auch nicht immer einfach, wie Franke berichtet. „Gerade aktuell ist es mit den fünften Klassen schwierig. Die Kinder verhalten sich untereinander sehr feindselig. Es werden Schüler aus dem Klassenraum verwiesen. Teilweise ist der Unterricht nicht möglich.“ Um dem entgegenzuwirken, untersucht die Schulsozialarbeiterin die Struktur in der Klasse und die Beziehungen der Schüler untereinander. Anschließend erarbeitet sie gemeinsam mit den Kindern ein Verhaltenskonzept samt Belohnungs- und Strafsystem. So soll auf Dauer der Zusammenhalt innerhalb der Klasse gefestigt werden. „Die Veränderungen brauchen ihre Zeit. Ich denke, im Oktober dürften sich die Klasse richtig zusammenfinden“, sagt Franke. Die Schulsozialarbeiterin betont aber auch, dass derartige Probleme nicht die Regel sind. In diesem Fall würden sich viele der Schüler schon aus der Grundschule kennen und hatten vorher schon Reibereien. Diese Konflikte wurden mit in die Sekundarschule getragen.

Freizeitgestaltung in den Ferien

Doch die Schulsozialarbeiterin organisiert auch Projekte in der Ferienzeit, in der die Freizeitgestaltung der Kinder im Mittelpunkt steht. „Letztes Jahr haben wir zusammen Seifenkisten gebaut und sind ein Rennen gefahren. Dieses Jahr sind auch ein paar Sachen vorgesehen. Ich denke da zum Beispiel an Trommel- und Spray-Workshops“, so Saskia Franke.

Ein anderes Projekt, das die Schulsozialarbeiterin mit den Schülern umgesetzt hat, ist der sogenannte Bewegungsraum. Darin enthalten: ein Tisch-Kicker, ein Basketballkorb, eine Darts-Scheibe, verschiedene Gesellschaftsspiele und ein Boxsack. In der Ecke steht eine von den Schülern aus Holzpaletten zusammengebaute Bank. „Den Raum haben die Schüler sogar selbst gestrichen“, bemerkt Franke. Darüber hinaus sind die Schüler auch selbst für den Raum verantwortlich – aufräumen müssen sie also selbst.