Calbe l Bei einem Brand ist Wasser der Stoff, der ein Feuer zuverlässig zum Erlöschen bringt. Voraussetzung ist, dass es dafür in ausreichender Menge zur Verfügung steht. In der Gegenwart besitzt die Freiwillige Feuerwehr Calbe Fahrzeuge, die bereits einen Löschwasservorrat an Bord haben. Mehrere Kubikmeter stehen heute in einem modernen Tanklöschfahrzeug sofort zur Verfügung. Allerdings ist die Menge unbedeutend, wenn es richtig brennt. Dann benötigt die Feuerwehr ganz andere Mengen.

Deshalb ist die Löschwasserversorgung eine zentrale Aufgabe jeder Kommune. Über Zisternen, Brunnen, die öffentliche Trinkwasserversorgung oder auch über Gewässer kann sie organisiert werden. Die wichtigste Möglichkeit bleibt in der Regel aber das Trinkwassernetz und die auf den Rohren gebauten Hydranten. Im Herbst schauen sich die Feuerwehrleute die Unterflurhydranten in der Regel an, beschreibt der Calbenser Ortswehrleiter Jan Roschkowski die Aufgaben seiner Truppe.

Direkt auf Hydrantendeckel

Am vergangenen Freitag waren sie im Stadtgebiet unterwegs. Dabei entdeckten sie auf dem Parkplatz eines Autohauses, dass ein Wagen direkt auf dem Hydrantendeckel abgestellt war. Fotos machten die Feuerwehrleute davon. „Aber es gibt auch sonderbare Begebenheiten in unserem Stadtgebiet: So hat vermutlich ein ortsansässiges Unternehmen große Angst, dass ihm der Deckel des anliegenden Hydranten gestohlen werden könnte. So wurden Autos, im Kühlergrill mit einem ehrwürdigen Blitz versehen, exakt auf den Deckel eines im Brandfall äußerst wichtigen Unterflurhydranten gestellt“, schreibt er der Lokalredaktion.

Wie bei vielen Einsätzen der Feuerwehr ist bei einem Brand die Zeit für Überlegungen nicht sehr groß bemessen. Denn ein Feuer, das wissen die Feuerwehrleute aus der Ausbildung, vernichtet in wenigen Minuten große Sachwerte. Außerdem entscheiden immer die ersten Minuten an einer Einsatzstelle über einen schnellen Erfolg. Im Falle eines Vollbrandes muss die Feuerwehr es schaffen, in kurzer Zeit sehr viel Wasser zu dem Ereignisort zu bringen. Sind dann Hydranten nicht einsetzbar, weil defekt oder auch zugeparkt, gelingt dies in der Regel nicht mehr. Um an das in den Trinkwasserleitungen fließende Wasser zu kommen, muss die Feuerwehr dann mit viel Einsatz einen Wagen wegschieben oder sich einen anderen Hydranten suchen. Die technischen Möglichkeiten sind für den zweiten Fall allerdings sehr begrenzt. Die Ausrüstung der Fahrzeuge mit Schläuchen orientiert sich an den Bauvorschriften. Die Löschgruppenfahrzeuge sind so mit Schlauchmaterial bestückt, dass sie immer den nächsten Hydranten damit erreichen. Problematisch wird es, wenn dieser nicht nutzbar ist, weil er defekt ist oder mit einem Fahrzeug blockiert ist.

In der Regel sorgen zwei Feuerwehrleute nach den gängigen Einsatzvorschriften dafür, einen Hydranten im Einsatz nutzbar zu machen. Mit der Beseitigung eines Fahrzeuges wären sie überfordert. Zumal die anderen Einsatzkräfte in der Zeit andere Aufgaben haben, um den Brand zu bekämpfen.

Ungünstige Stellen

Wertvolle Zeit kann so verstreichen, bis die Feuerwehr an das Wasser gelangt. In der gleichen Zeit steigt der Schaden, den das Feuer anrichtet. Mitunter werden Hydranten in der Regel unwissentlich zugeparkt oder zugestellt, weil die kleinen roten Schilder, die sie markieren, eigentlich nur den Feuerwehrleuten bekannt sind. Auf öffentlichen Straßen können sie zudem an sehr ungünstigen Stellen installiert worden sein, was im Einsatzfall die Benutzung nicht einfacher macht.

Seit Jahren sprechen sich Feuerwehrleute dafür aus, die Hydranten besser kenntlich zu machen, um zu verhindern, dass Bürger ihre Autos in der unmittelbaren Nähe oder auf Hydranten abstellen. In den kommenden Wochen werden die Kameraden noch öfter im Stadtgebiet unterwegs sein, um sich die Unterflurhydranten genauer anzusehen.

Der Aufwand lohnt sich aus der Sicht der Kameraden in jedem Fall. Mit dem geschilderten Fall wollen sie die Bürger sensibilisieren und darauf zu achten, dass nicht unbedacht eine wichtige Wasserentnahmestelle blockiert wird. Bei erkannten Problemen suchen die Kameraden das Gespräch, um eine Lösung zu finden, wie im geschilderten Fall. Denn im Brandfall soll möglichst nichts abbrennen, sagt der Ortswehrleiter.