Bad Salzelmen l „Ein Besuch im Kurpark muss jetzt nicht mehr mit einer anstrengenden Slalomfahrt beginnen“, sagt Frank Schiwek, ehrenamtlicher Geschäftsführer vom Allgemeinen Behindertenverband Sachsen-Anhalt (Abisa) jüngst während der Ehrenpreisvergabe des Vereins. Der Solepark bekam auch einen Preis. Und zwar passend zum 20. Geburtstag, den der städtische Eigenbetrieb in diesem Jahr feiert.

Dabei gab es im November 2018 noch Ärger – eben um die Barrierefreiheit des Kurparks. Stadtrat Thoralf Winkler hatte in der Volksstimme kritisiert, dass die Umlaufsperren, die an fast allen Eingängen des Kurparks aufgestellt waren, ein unnötiges Hindernis für Rollstuhlfahrer und andere Menschen mit Gehbehinderung darstellten. Die Volksstimme war damals vor Ort – und tatsächlich konnten mehrere Rollstuhlnutzer nur mit Mühe den Weg durch die Umlaufsperren in den Kurpark schaffen.

Nicht mehr DIN-gerecht

Jetzt, pünktlich zum Frühling, bietet sich dem Kurpark-Besucher ein ganz neues Bild: Die doppelte Umlaufsperre ist weg, Rollstuhlfahrer müssen nun nicht mehr mehrfach auf engstem Raum die Richtung wechseln, um in den Kurpark zu gelangen.

Woher kam der Sinneswandel? „Wir haben die Sache noch einmal überprüfen lassen und tatsächlich waren die Umlaufsperren, wie wir sie hatten, nicht mehr DIN-gerecht“, so Solepark-Chefin Sibylle Schulz. Und obwohl die DIN-Normen keine zwingende Vorschrift für den städtischen Eigenbetrieb darstellen, habe man sich dazu entschlossen, in Absprache mit dem Abisa eine Kompromisslösung zu finden. „Wenn wir gar keine Sperren an den Eingängen mehr hätten, dann würden viele Radfahrer einfach ungehemmt durch den Park sausen“, so die Solepark-Chefin. Ein Problem, das die Mitarbeiter auch mit der einen Sperre – und selbst, als es noch die Doppelsperre gab – vermehrt beobachten. „Zwar nicht alle, aber doch viele Radler nutzen den Kurpark als schnelle Abkürzung zum Salzer Bahnhof“, so Sibylle Schulz. Ist ja auch erlaubt, aber eben nur, wenn die Radfahrer absteigen und ihr Fahrrad durch den Kurpark schieben. Um Menschen an das Fahrradverbot im Kurpark zu erinnern, das auch in der Satzung festgelegt ist, solle unter anderem die Sperre dienen.

Radverbot einhalten

Zudem lassen die Solepark-Mitarbeiter derzeit Schilder anfertigen, auf denen die Besucher quasi mit einem Augenzwinkern daran erinnert werden, bitte abzusteigen. Sibylle Schulz: „Ich bitte hier einfach um eine gegenseitige Rücksichtsnahme. Wenn alle sich an das Verbot halten würden, dann bräuchten wir überhaupt keine Sperren mehr.“

Thoralf Winkler freut sich unterdessen, dass ein großes Stück Barriere für Menschen im Rollstuhl abgebaut wurde – im wahrsten Sinne des Wortes. Sein nächstes Projektdreht sich erneut um Durchfahrtsperren - dieses mal am Elberadweg. Winkler: „Das die weg müssen, werde ich im nächsten Bauausschuss ansprechen.“